Die Aktien von Orascom Development Holding – dem Erbauer des Alpenresorts Andermatt – sind auf Tauchstation. Trotz eines Kursverlusts von 30,83% seit dem 1. Januar 2011 und einem optisch attraktiven Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 sollte erst im Juni 2011 nach der Bekanntgabe der Umsatzzahlen aus Ägypten ein Engagement erwogen werden.

Der Westschweizer Mäuseproduzent Logitech hat wieder eine rabenschwarze Börsenwoche mit –7,2% hinter sich. Weiterhin verkaufen ausländische Grossinvestoren haufenweise ihre Aktienpakete. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Der grosse Befreiungsschlag in technologischer Hinsicht fehlt. Warten Sie ab: Unter Fr.11.90 (aktuell: Fr.12.38) würde ich zaghaft einige Positionen kaufen («no go» seit Januar 2011).

Zu früh gefreut hat sich wohl der smarte Peter Pauli, Firmenchef des Thuner Solarkönigs Meyer Burger, über sein vermeintliches Superschnäppchen aus Deutschland: Roth&Rau.

Freitagnachmittag stand der Aktienkurs des deutschen Solarproduzenten weit über 22 Euro pro Aktie (aktuell 23.40 Euro), der als Übernahmepreis festgelegt wurde. Laut Börsengerüchten ist ein «weisser Ritter» aus Amerika Richtung Deutschland unterwegs, der den Aktienkurs nochmals hochschrauben wird. Jedenfalls wird der Kauf des deutschen Konkurrenten mehr als die 468 Millionen Franken kosten, die ursprünglich angedacht waren.

Fadengerade nach unten geht es mit MondoBiotech: Ein Verlust von 9,15% ist das Fazit der abgelaufenen Börsenwoche. Weiterhin betrachte ich das Wertpapier als massiv überwertet und sollte verkauft werden. Den Entscheid bei der kürzlich abgeschlossenen Kapitalerhöhung nicht mitzumachen, war ein guter Entscheid (Hände weg!).

Bei den Aktien der Bellevue Group werde ich immer skeptischer: –20,3% in den letzten vier Börsenwochen. Auch die hohe Dividendenrendite, die zum grössten Teil nicht im operativen Geschäft erzielt wird, kann nicht mehr als Kaufargument ins Rennen geworfen werden («verkaufen» – trotz hoher Dividendenrendite).

Nehmen Sie erstmals Teilgewinne bei der Bossard Holding mit, obwohl die Aktie weiterhin fundamental sehr billig ist. Die Zeit der grossen Kursgewinne ist fürs Erste vorbei. Firmenboss David Dean, der seit 1992 für das Unternehmen tätig ist, macht jedenfalls einen Topjob und sorgt für weiterhin steigende Umsatzzahlen (erstmaliger Verkauf).

Auf einen sehr grossen Zahltag, sprich: Bonus, können folgende drei CS-Cracks hoffen: Thomas Gottstein, Mark Echlin und Simon Cowley, die bei der Vorbereitung des Glencore-Börsengangs an vorderster Front dabei waren.

Zu einem doppelten Jackpot kommt es im Mai im Hause Wolfensberger-Hefti. Während die ehemalige Ex-Miss-Schweiz Fiona Hefti zum zweiten Mal Mutter wird, erhält der Ehemann reichlich Money als Star-Trader bei Glencore. Der 41-jährige Ehemann der Ex-Miss-Schweiz gehört zu den Top-Ten-Händlern des sagenumwobenen Handelshauses aus Zug. (Schätzung: erhält mehr als 10 Millionen Franken aus dem Glencore-IPO.)

Die Erfolgsgeschichte von HTC, dem taiwanischen Handyhersteller, geht weiter: +35% seit Jahresanfang. Und mittendrin ist die UBS, die zu den grössten drei Börsenhändlern in diesem Titel aufgestiegen ist. Spannend in dem Zusammenhang waren Leseranfragen von UBS- Kunden vor über einem Jahr, die diese Aktie nicht über ihre Hausbank kaufen konnten. Begründet wurde dies mit rechtlichen Problemen. Der Lösungsvorschlag des «Sonntags», über die Berliner Börse zu kaufen, hat sich gelohnt: +252,60% in Euro über ein Jahr. Die UBS macht das Geschäft, verdient Kommissionen und hat sehr zufriedene Kunden.

Nun gibt es auch für Banken einen geheimen Bewertungscode, wenn es gilt, andere Institute zu übernehmen: 1,1% (Quote auf Anlagegeldern) für Banken mit mehrheitlich unversteuertem Geld und 3,2% für Geld mit versteuertem Geld, wobei dieser Prozentsatz bis im Sommer auf 3,4% ansteigen wird. Momentan sind acht internationale Bankengiganten auf Brautschau in der Schweiz unterwegs.

Haben Sie fragen an den Geldberater?

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!