US-Banker der UBS vor Milliardensegen. – Die Börsenwelt folgt dem «Sonntag».– Putzfrauen sind die besten Händlerinnen.
VON BORIS FELDMANN

Am 5. September 2010 schrieb ich, dass der Baselbieter Biotechkonzern Actelion «ins Visier feindlicher Konkurrenten geraten wird» und fügte bei: «Es muss nur noch abgeräumt werden.» Diese Woche ist es nun so weit, und der feindliche Firmenjäger aus den USA mutierte zum Hauptthema an der Schweizer Börse. Alle weltweit wichtigen Wirtschaftsblätter, vom «Wall Street Journal» bis hin zur «Financial Times», haben meine Story nun gebetsmühlenartig nachgebetet. Der Wochengewinn von 23,38% ist jedenfalls nett und gibt Anlass zur Hoffnung auf weitere Kursgewinne. Kursziel neu 58 Franken (wiederholter Kauf).

Nachdem sich der geniale Meisterstrage OJ Grübel in Diensten der UBS lästiger Dividendenzahlungen entledigt hat, kann er nun unbedenklich das Füllhorn für seine Cracks nochmals um einen netten Klacks bereichern. Dabei wird sich bei der UBS das gesamte Lohnpaket 2010 gegenüber 2009 um geschätzte 2,37 Milliarden Franken erhöhen: eine Kombination von Lohnerhöhungen und Bonuszahlungen, die knapp an die 10-Milliarden- Grenze gehen werden.

Damit dieses Unterfangen gelingt, ist der neue UBS-Golden-Boy und Investmentbanking-Chef Carsten Kengeter dafür zuständig. Mittels einer gewaltigen, zig Milliarden schweren Wette auf sinkende Dollars wurde eine Kanonenladung Geld verdient. Damit wurde dem bewundernswerten Nationalbank-Boss Philip M. Hildebrand ein brutaler Milliardenverlust auf seinen Dollarpositionen zugefügt, der ihn technisch vorderhand k.o. gesetzt hat.

In einer süffisanten Geschichte in der «Bilanz» wurde die Vorzeigeunternehmerin Carolina Müller-Möhl ins falsche Bild gerückt, doch wie per Zufall sind die positiven Aspekte verschwiegen worden, die ich gerne für die Leser dieses Blattes nachholen möchte. Insbesondere die Beteiligung an Ascom mit einem Wochengewinn von 8,89% sorgt für gute Stimmung.

Zum Schmunzeln brachte mich der neue Kolumnist «payoff whisperer» des Magazins «payoff.ch», als er von einer «Putzfrauenrallye» beim Titel Nobel Biocare sprach. Nun, wenn jede Putzfrau im Wochenschritt nette 8,13% hinzugewinnt, müssen die hoch bezahlten Trader in Diensten der UBS ihren Platz bald räumen. Lieber Domenico Scala, die Amerikaner sind im Anmarsch – und unter 20 Franken kaufen die jede Aktie (wiederholter Kauf).

Das Zuger Unternehmen Bossard steigt und steigt, und bald wird die neuralgisch wichtige Marke von 100 Franken erreicht. Die Aktie ist weiterhin zu billig im internationalen Kontext. Ausländische Firmenjäger haben sich die Beute angeschaut – und mit dem EZ Zug im eigenen Stadion gib es eine tolle Eishockeymannschaft gratis dazu (wiederholter Kauf).

Einen fulminanten Schlussspurt zum Wochenschluss hat die Tamedia-Aktie vollzogen. Mit einem Schlusstand von 104.90 Franken konnte die wichtige Marke von 100 Franken durchbrochen werden. Nun hat die Aktie laut meinem Modell Raum bis auf 115 Franken (wiederholter Kauf).

Zuschlagen müssen Sie beim Franzosentrio (Valor:11328704) der Vontobel Bank mit folgenden Komponenten Alstom, BNP Paribas und France Telecom. Mit einer Barriere von 55% und einem Coupon von 11% in Euro aufs Jahr stimmen alle Bedingungen (must buy).

Spannend für Dividendenjäger ist die norwegische Aktie Marine Harvest, die momentan rund 10,6% abwirft. Der aktuelle Umsatz des weltweit grössten Lachsproduzenten beträgt 2 Milliarden Franken pro Jahr. Wie ich in Norwegen erfahren konnte, sind die Lachspreise im Steigflug begriffen (must buy).

Vor kurzem habe ich Ihnen gesagt, dass die Kontrakte im Orangen-Bereich im Steigflug sind. Bestes Beispiel ist die 1-Monats-Performance des spekulativen Mini-Long-Zertifikats der DZ Bank (WKN: DZ6 3 HW), das in einem Monat um 66,44% anstieg (Verkauf von Orangen-Future-Kontrakten).

Vor mehr als einem Monat habe ich geschrieben, dass Swiss Life unter 98 Franken ein Kauf ist. Nun grüsst der Lebensversicherungskonzern von einem temporären Höchststand bei 117 Franken. Neues Kursziel 126 Franken bis auf Weiteres (wiederholter Kauf).


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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