> In einem wahnsinnigen Tempo erklimmt der Zürcher Finanzoptimierer VZ Holding (Börsensymbol: VZN SW) die Börsenspitze. Mit +104,75% ist die Jahresbilanz brillant. Doch nun blinken die Warmlampen, und der geneigte Anleger wird bei meiner langjährigen Euphorie für diesen Titel Verständnis dafür aufbringen, dass wir nun die Reissleine ziehen müssen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt inzwischen bei 31,41 Punkten. Grosser Sieger ist der EX-ABB-Chef Fred Kindle, der nun als Verwaltungsratspräsident agiert. Sein Aktienpaket erreicht die Marke von beinahe 30 Millionen Franken. Doch die absolute Nr. 1 ist Neo-Milliardär Matthias Reinhart – sein Aktienpaket wiegt nun 1,6 Milliarden Franken (Berechnungen auf Bloomberg). Der Pioniergeist hat sich im wahrsten Sinne des Wortes gelohnt. (Time to say goodbye)

> Die Notbremse ziehe ich auch bei den Berner Börsenfestspielen: +92,55% beträgt die bisherige Jahresperformance des Pharmadistributors Galenica. Damit erreicht der Titel das stolze Kurs-/Gewinnverhältnis von 35,22 Punkten. Obwohl in diesem Papier noch viel Potenzial steckt, gilt es nun Vorsicht walten zu lassen. Die Euphorie in dieser Aktie ist nahezu grenzenlos. Innert zwanzig Jahren konnte der Investor bei reinvestierten Dividenden eine Rendite von 6229% erzielen! Damit hat Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod einen Zuchtbullen der Extraklasse herangezogen. Anleger sollten jetzt aber einen Schlussstrich ziehen. (Verkaufen + geniessen)

> Der dänische Schmuckhersteller Pandora A/S (Börsensymbol: PNDORA DC), hat ein starkes Quartalsergebnis erzielt und erklimmt erstmals die Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden dänischen Kronen. Mit einem bisherigen Jahresplus von 66,44% ist das Plansoll mehr als erfüllt. Bei der vertieften Analyse des Quartalsergebnisses ist mir einzig die 8%-Steigerung des Umsatzes in Amerika negativ aufgefallen. Bei einer Rendite von 55,9% auf das eingesetzte Eigenkapital erfreut sich das Herz des Aktionärs, trotzdem würde ich den guten Gewinn nun verteidigen: mit einem gedeckten Call auf den März-2016-Termin, mit Ausübungspreis von 800 DKK. (Gedeckter Call für einen tiefen Börsenwinterschlaf)

> Immer tiefer fällt die Aktie des Edelstahlkochers Schmolz+Bickenbach (Börsensymbol: STLM SW). Jetzt droht der Sturz unter die Marktkapitalisierung von 500 Millionen Franken. Meine zahlreichen Warnhinweise waren berechtigt. Momentan lässt sich im Stahlsektor nicht wirklich Geld verdienen. Und die zahlreichen, spekulativ orientierten Investoren müssen nun teilweise auf ihren Call-Optionsscheinen einen Totalverlust hinnehmen. Auch an diese Adresse gab es an dieser Stelle wiederholt Warnungen. (Time to say goodbye in Emmenbrücke, diesmal fällt der Vorhang zum letzten Mal aufgrund der sinkenden Marktkapitalisierung)

> Entgegen meiner ursprünglichen Prognosen könnten die Aktien der Ems-Chemie doch noch einen einstelligen Prozentzuwachs per Ende Jahr 2015 feiern. Trotz Aufhebung des Mindestkurses wird die neue Bündner Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher einen Start-Ziel-Sieg feiern: Ein grosser, japanischer Konkurrent in der Auto-Airbag-Produktion könnte einen wichtigen Kunden verlieren und als Ersatz wäre die Ems-Chemie prädestiniert. Noch sind dies alles Gerüchte, aber die Tendenz stimmt. Eine Ems-Strategie mit Airbag wäre das Mass aller Dinge: Kauf der Aktie und gleichzeitiger Call-Verkauf auf den März-2016-Termin mit Ausübungspreis von 400 Franken. (Ems-Chemie mit Airbag)

> Mehr als stolz bewertet ist der Basler Transportgigant Panalpina (Börsensymbol: PWTN SW): Trotz einem Minus von 17% seit dem Jahresanfang wird der Titel mit einen Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 30 Punkten bewertet. Hier lauert weiterhin Absturzgefahr und ein Verkauf ist hier dringend angebracht, obwohl das Management mit Peter Ulber an der Spitze in einem sehr harten Konkurrenzumfeld einen ausgezeichneten Job macht. (Machen Sie den Abflug bei der Panalpina)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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