Ausser den Visa-Services, die sehr erfolgreich sind, überzeugt mich der Reisekonzern Kuoni mit seiner Angebotspalette in keiner Weise: –40,96% seit dem 1. 1. 2014 ist die klare Message. Bei einer Marktkapitalisierung von unter 1 Milliarde Franken werden wohl institutionelle Anleger nochmals einige Positionen abstossen. Seien Sie schneller: Abflug heisst die Devise. Die Konkurrenz aus Frankreich und Deutschland drückt immer mehr auf die Margen. (Verkaufen)

> Apropos Fliegen: Vor einem Monat hiess an dieser Stelle «Ex-Swissair-Tochter flügellahm». So ist es gekommen: Das Verpflegungsunternehmen Gategroup verlor 13,58%, während der Swiss Performance Index nur 6,77% nachgab. Bei einer Marktkapitalisierung von 493 Millionen Franken muss die edle Genfer Privatbank Pictet wohl über die Bücher gehen: 9,74% des gesamten Aktienkapitals sind in deren Fondsprodukten versorgt. Und der Kurs ist auf Sinkflug eingestellt: Am 13. November 2014 stehen die nächsten Quartalszahlen an – ob die so bäumig sind? Ich wage es zu bezweifeln. (Wiederholtes Verkaufen)

> Am 30. August 2014 setzte ich – nicht zum ersten Mal – eine kritische Prognose in Sachen Bravofly Rumbo ab. Das klare Kursziel nach unten lautete beim Tessiner Internet-Reiseportal 17 Franken, Die UBS-Analystin jedoch hält eisern an ihrem Preisziel von 36 Franken fest. Mit dem freitäglichen Schlusskurs von 16.70 Franken kennen Sie nun die Realität … Und die Gruppe der Fans dieses Tieffliegers wird, weshalb auch immer, stets prominenter: Die Genfer Mirabaud-Bank hat auf einen Schlag 324 000 Aktien gekauft. Mit einer aktuellen Performance von –65,21% seit der Lancierung im April 2014 gibt es nur einen Sieger in diesem Börsenspiel: die (Alt-)Aktionäre, die Teile ihres Aktienbestandes zu Höchstkursen abgedrückt haben.

> Lieber Herr Vekselberg, in den letzten Wochen wurden Sie in diesen Spalten mehrmals aufgefordert, Remedur an der Führungsspitze bei Ihrem Winterthurer Schmuckstück zu schaffen, der Sulzer-Gruppe. Nichts geschah, und Ihre Beteiligung verliert weiter massiv an Wert: –22,37% innerhalb von vier Wochen. Laut meinen schlauen Maschinen werden die Gewinnaussichten für die kommenden beiden Jahre mit einem prozentualen Minuszeichen versehen sein. Nun, wenn ich mir das «cash-forum» zu Gemüte führe, werde ich eines Besseren belehrt: «Ich weiss, dass sich hinter den Kulissen was tut und am Befreiungsschlag, Turnaround gearbeitet wird. Da wird auf Hochtouren gearbeitet, und es wird was bekannt gegeben, was die Schreiberlinge und Analysten in Staunen versetzen wird.» Und gehen Sie davon aus, dass Viktor Vekselberg für sein Paket gemäss Gerüchteküche etwas mehr als 170 Franken pro Aktie hingelegt hat. Aktueller Kurs: 101 Franken. (Short schliessen)

> Ach ja, exotische Produkte würde ich empfehlen, hiess es irgendwann irgendwo kritisch zu dieser Kolumne. Das nehme ich zur Kenntnis. Aber darf denn die geneigte Leserin und der geneigte Leser nicht erfahren, dass mit diesen Instrumenten sensationelle Gewinne erzielt werden? Etwa mit unserem Anlagetipp vom 19. Januar 2014 mit dem Callable Multi BRC auf nur zwei Titel, Logitech und Nobel Biotech. Vorzeitige Rückzahlung mit Rendite von +9,90%, während der Swiss Market Index +0,57% seit Jahresbeginn hinzugewann. Ich freue mich für meine Leserschaft.

> Gross war die Nervosität in Sachen Austriamicrosystems (AMS), und ich musste ein paar virtuelle Valium-Tabletten verteilen: +2,02% für die Woche oder +52,08% seit dem 1. 1. 2014 sollten fürs Erste reichen. Die Firma hat in meinen Augen trotz Höhenflug weiterhin grosses Potenzial.

> Sorry, wenn ich mich wiederhole, aber die satten Gewinne heiligen die Mittel: Strong buy beim BB Biotechfonds. Rendite über ein Jahr: +38,63%, und die Tendenz zeigt stark nach oben. Der Bewertungsabschlag beträgt aktuell 28,9%. (Wiederholter Kauf)

> Kein Geld würde ich auf die Aktien des Vermögensverwalters GAM verwetten, obwohl die Dividendenrendite von 4,28% für ein Finanzunternehmen eine stolze Angelegenheit darstellt. Die wiederholten Aktienrückkäufe zum «richtigen» Zeitpunkt stellen für mich keine unternehmerische Meisterleistung dar. Heute, wo die Margen im Anlagegeschäft tendenziell nach unten gehen, wird der eher teure Apparat als Malus angesehen. (No-go)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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