> Gar noch besser als erwartet hat sich unsere Empfehlung vom 25. März 2012 entwickelt: Der Basler Saatguthersteller Syngenta zeigt eine annualisierte Rendite von 12,15% anstelle der prognostizierten 8,2%. Und nun will die US-Agrofirma Monsanto die Basler übernehmen. 449 Franken bietet Monsanto pro Aktie, 35 Prozent mehr als der Schlusskurs am Donnerstagabend. Prompt sauste gestern die Syngenta-Aktie an der Börse in die Höhe. Einige Besserwisser haben dabei riesig abkassiert. Wer war (zu) gut informiert? Wir erklären kurz, wie das Besserwissergeschäft funktioniert: Nehmen wir eine Call-Option mit Ausübungspreis 340 Franken. Am 30. April 2015 stand die zugrunde liegende Syngenta-Aktie bei mageren Fr. 314.40. Also war die Chance, dass aus dieser Operation ein Gewinn erzielt werden kann, praktisch bei null. Insider oder Besserwisser griffen dennoch zu. Mit unglaublichem Resultat: 14 250% beträgt die aktuelle Rendite, nachdem die Monsanto-Gerüchte aufkamen. Denn der Ankauf der Option kostete damals 40 Rappen, aktuell steht sie bei 57 Franken. Schaut man sich die Optionsvolumen für die Serien mit Ausübungspreis 350 und 360 Franken für den Mai-2015-Termin an, dann muss man wirklich kein Hellseher sein, dass hier in grossem Stil abkassiert wurde.

> Das Nonplusultra auf dem europäischen Börsenparkett ist der süddeutsche Apple-Zulieferer Dialog Semiconductors: +62,83% (in Lokalwährung) seit dem 1. 1. 2015. Und mit dem taiwanischen Handygiganten HTC ist ein weiterer Abnehmer des Chipproduzenten aus Kirchheim Teck in den Startlöchern. Der Titel ist weiterhin zu billig: Im Gegensatz zu weltweit führenden Finanzinformationsplattformen beträgt das von mir geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis sagenhaft tiefe 12.2 fürs Jahr 2016. Für Späteinsteiger lohnt sich weiterhin ein Kauf. (Halten+geniessen)

> Unverschämt gut waren die Quartalszahlen der US-Biotechperle AMAG Pharmaceuticals (Börsensymbol: AMAG US). Anstelle eines erwarteten Gewinns pro Aktie von 0,88 US-Dollar wurden letztlich satte 1,17 US-Dollar erzielt. Mit einer bisherigen Jahresrendite von 36,09% wurden sämtliche US-Börsenindexe in Grund und Boden gefahren. Der Index S&P 500 brachte es im gleichen Zeitraum auf mickrige 1,41%. Die Spezialität des 1,7 Milliarden US-Dollar schweren Unternehmens sind Medikamente zur Unterstützung bei der Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für das Jahr 2016 schätze ich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 voraus. Weiterhin strong buy mit der Angsthasenstrategie. August-2015-Call mit Ausübungspreis 55 US-Dollar, maximale Rendite 10,2% auf 102 Investmenttage.

> Auch die zweite US-Biotechkrake, INSYS Therapeutics Inc. (Börsensymbol: INSY US), begeistert den Geniesser: Für die nächsten zwei Jahre wird ein jährliches Umsatzwachstum von je 38% vorausgesagt. Mit dem August-2015-Call mit Ausübungspreis 50 US-Dollar sollte eine maximale Rendite von 9,8% auf 102 Investmenttage herausschauen.

> Und last but not least, die dritte Kanone im Bunde, Momenta Pharmaceuticals (Börsensymbol MNTA US): +60,47% seit dem 1. 1.2015: Hier erwarte ich den ganz grossen Durchbruch im Jahr 2016. Der Titel ist mit einer Marktkapitalisierung von 1,1 Milliarden US-Dollar eher ein Leichtgewicht im Bunde. Das Papier ist eher für den spekulativen Investor gedacht.

> Einen Volltreffer landeten wir an dieser Stelle mit der Verkaufsempfehlung in Sachen Grifols, dem katalanischen Biotechwert: –10%, und ein Ende des Sinkflugs ist nicht in Sicht. Hier gilt es abzuwarten, der Titel ist gegenwärtig zu hoch bewertet.

> Mein Vertrauen in Sergio «Fabuloso» Ermotti, CEO der UBS, hat sich in Golddukaten ausgemünzt: Das einst utopische Kursziel von 20 Franken wurde diese Woche erreicht. Nun, wenn es dem ehemaligen Mittelfeld-Fussballspieler noch gelingt, die Cost-IncomeRatio auf ein normales Niveau herunterzudrücken, sollte der Titel Ende 2015
bei Fr. 22.85 liegen. (Volltreffer in Sachen UBS-Empfehlung)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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