VON BORIS FELDMANN

Nach dem Euro schwächelt auch der Dollar. Seit Anfang Juni 2010 hat die amerikanische Währung gegenüber dem Schweizer Franken mehr als 10% verloren. Die massiv erhöhten Bestände der amerikanischen Valuta sorgen nicht für Freude am Sitz der Schweizerischen Nationalbank. Sollte die US-Notenbank wie von uns erwartet nicht an der Zinsschraube nach oben drehen, ist ein weiterer Kurszerfall nicht mehr auszuschliessen. Bald wird der Dollar die Marke von einem Franken erreicht haben (Verkauf).

Die Kursfräse ist beim Basler Konzern Syngenta brutal eingefahren: Amerikanische Hedge Funds haben jede Kursschwankung nach oben ausgenutzt, um nochmals weitere Verkaufsorders zu platzieren. Die wichtige Kursmarke von 229 Franken wurde am Freitagmorgen durchbrochen. Nun setzen die kampfeslustigen Amis auf ein neues Kursziel von 218 Franken (wiederholter Verkauf).

Am 8. und 9. September 2010 findet in Moskau ein Investmentkongress der absoluten Superlative statt, wo die UBS als einer der Hauptsponsoren und als Event-Organisator agiert. Die Firmenchefs der weltweit höchstkapitalisierten Firmen wie Gazprom-Chef Alexei Borisovich Miller (Marktkapitalisierung des Unternehmens: 135 Milliarden Franken) haben ihre Aufwartung angekündigt.

Die Schweiz wird durch den omnipräsenten russischen Investor Victor Vekselberg vertreten, der an dieser Veranstaltung einen Vortrag halten darf. Um sich von den Konferenzstrapazen zu erholen, dürfen die rund 250 handverlesenen Investoren in dem einen Steinwurf vom Roten Platz entfernten «Ararat Park Hyatt» nächtigen.

Zu einem Geheimtyp par excellence entwickelt sich die in Stein am Rhein ansässige Phoenix Mecano, die von einem Kurshöchststand zum nächsten springt. Insbesondere Finanzchef René Schäffeler und der junge Firmenchef Benedikt Goldkamp sorgen für begeisterte Aktionäre. Obwohl die Aktie seit Jahresanfang fast 44% gewann, bleibt sie fundamental billig. Am 13. August 2010 anlässlich der Ergebnispräsentation werden neue Erfolgsmeldungen präsentiert (Kauf).

Keine Kurslinderung in Sicht für den mittelkapitalisierten Wert Schulthess, der über die letzten drei Jahre über Dreiviertel seines Börsenwertes verloren hat. Die Zukunftsaussichten sind keineswegs berauschend, und die Hoffnung einer Erholung ist in weite Ferne gerückt (Verkauf).

Auf eine rasante Talfahrt geschickt wurden die Aktien von Roche, die nun mit einer Dividendenrendite von 4,40% aufwarten. Die Aussichten für eine Auferstehung sind nicht vorhanden. Nächste Kursmarke wird bei 132 Franken sein. Momentan klammern sich die Investoren an die hohe Dividende (Verkauf).

Die in Zug ansässige Xstrata ist Marktgerüchten zufolge in der Planungsphase, Lonmin zu übernehmen. Der 22 000 Personen zählende Bergbaukonzern war vor rund zwei Jahren schon das Ziel des Zuger Giganten. Damals war der Aktienkurs rund doppelt so hoch. Damit ist die Chance einer Übernahme massiv angestiegen (sehr spekulativer Kauf).

Auf der Überholspur befindet sich die Bank zweiplus, die nun auch im russischen Markt agieren möchte. Mit dem Produkt bfw world invest geht man speziell in der russischen Hauptstadt Moskau auf Kundenjagd.

Auf grosses Interesse stösst die Dividendenrendite von aktuell 4,65% der Vontobel-Gruppe. Ausländische Banken werden aktiv und setzen das Kursziel auf 36 Franken. Insbesondere in Deutschland wird der Personalbestand mit Spitzenkräften aufgebaut (Kauf).

Das von uns empfohlene Bonusprodukt auf Gold von letzter Woche hatte vor rund zwei Jahren die Bonusgrenze von 700 Dollar erreicht. Somit wird nichts aus der relativ hohen Rendite auf Ende Jahr. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei unseren Lesern.

Beim besten Willen kann ich mich nicht für die Aktien von Orascom Development erwärmen. CEO Samih Sawiris ist ein begnadeter Vermarkter. Doch ob dies reicht, aus Andermatt ein Ferienzentrum der Sonderklasse zu machen, scheint mir doch allzu gewagt (Verkauf).

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