GEORG FISCHER RÖHRT NACH OBEN

Die Aktie des lange leidenden Rohrherstellers hat sich in den letzten 20 Monaten verfünffacht. Viktor Vekselbergs Sulzer erklimmt Höchststände. – Kühne+Nagel fährt auf der Erfolgsspur. – EMS-Holding wittert Morgenluft.

VON BORIS FELDMANN

Den Kursturbo vollends gezündet hat Georg Fischer. Beim Schaffhauser Unternehmen stehen die Zeichen auf Expansion. CEO Yves Serra hatte Anfang 2009 eiserne Nerven bewiesen, als die Aktie um die 100 Franken lavierte. Rund 20 Monate danach hat sich die Aktie mehr als verfünffacht. Trotzdem ist es ein weiter Weg bis zur einstigen Höchstmarke von über 1000 Franken, die anno 2007 erreicht wurde. Nächstes Kursziel ist bei 650 Franken (erstmaliger Kauf).

Nicht mehr aufzuhalten ist der Winterthurer Maschinenkonzern Sulzer, der im Sauseschritte neue Höchststände im Wochentakt erklimmt. Im Markt keimt nun die Hoffnung auf, dass der omnipräsente Mehrheitsaktionär Victor Vekselberg seine besten Kontakte im Kreml spielen lässt und für satte Auftragsbücher sorgen wird. Dies würde die Aktie zu einem Sprung nahe an die 150-Franken-Marke bringen (halten).

Ungebremst ist auch Kühne+Nagel, die von Umtauschaktionen aus dem heissgelaufenen Basler Transportgiganten Panalpina (+85% seit 1.1.2010) profitiert. Mit der hervorragenden Positionierung in Asien kann man das relativ hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell knapp unter 30 in Kauf nehmen (halten).

Abgehoben hat meine Empfehlung von letzter Woche, Forbo. Fast 5% beträgt das Wochenplus und die Credit Suisse ist kräftig am Kaufen für ihre Kunden. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 ist die Aktie immer noch günstig bewertet, obwohl die Ausverkaufspreise von Anfang 2010 bei 350 Franken (aktuell: 574 Franken) der Vergangenheit angehören (halten).

Steil nach oben ging im letzten Monat der ZKB Silber ETF (Valor: 002979271) mit einem Zuwachs von netten 18%. Jetzt gilt es, die ersten Gewinne einzufahren, nachdem seit Jahresanfang der ETF um sensationelle 61% zugelegt hat (Verkauf).

Bald grüsst die Aktie der Clariant von der 20-Franken-Marke. Die schmerzlichen Personalabbaumassnahmen von Hariolf Kottmann brachten den Spezial-chemie-Hersteller auf die Erfolgsstrasse zurück. Internationale Investoren sind begeistert von der erhöhten Schlagzahl des Baselbieter Unternehmens und sorgen für prächtige Kurse (halten).

Emmi-Chef Urs Riedener hat dem Luzerner Milchproduzenten zu neuem Glanz verholfen und beschert sich sehr zufriedene Anleger. Im internationalen Kontext ist die Aktie unterbewertet und sollte dank der erfolgreichen Auslandexpansion zu neuen Höchstständen auflaufen (erstmaliger Kauf).

Nicht zu halten ist der taiwanesische Handyproduzent HTC mit Verwaltungsrat Josef Felder. Nun hat der amerikanische Broker Sanford Bernstein ein neues Kursziel von TWD 1100 herausgegeben, das 25% über dem aktuellen Kursniveau liegt (halten).

Seit der amerikanische Autoabsatzmarkt wieder Morgenluft schnuppert, hat die Aktie der EMS-Holding auf freie Fahrt nach oben auf dem Börsenhighway geschaltet. Jedenfalls könnte bis Jahresende ein Kursstand von über 172 Franken erreicht werden (erstmaliger Kauf).

Mit einem top innovativen Weiterbildungsangebot für Bank-Juristen wartet die Universität Genf auf: ein «LLM in Banking und Finance». Anfang Januar 2011 beginnt der 25000 Franken kostende Kurs, der als Sprungbrett für einen Platz an der Sonne in der Juristenszene gilt. Der zweijährige Kurs wird als absolutes Novum in der Schweizer Universitätslandschaft berufsbegleitend angeboten (Auskunft: 022 379 85 06).

Richtig in Form befindet sich einer unserer Aktienfavoriten für das 4. Quartal: Huber+Suhner. Trotz einer rasanten Kursbeschleunigung in den letzten Tagen wird dem dynamischen Unternehmen aus Herisau mit vollen Auftragsbüchern eine glänzende Börsenzukunft vorausgesagt (halten).

Nicht zu halten ist Dufry. Die Duty-Free-Könige aus Basel haben sogar die wichtige Kursmarke von 130 Franken locker übersprungen. Wenn die rechtlichen Auseinandersetzungen in Brasilien gelöst sind, könnte die Aktie die einstige Höchstmarke von 140 Franken «sprengen». Marktgerüchten zufolge ist die Deutsche Bank heiss auf diese Aktie (halten).

Haben Sie fragen an den Geldberater?

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Artboard 1