Myriad kennt nur einen Weg: geradeaus nach oben. – Bei Bucher spielt die Zukunftsmusik. – Sandisk brilliert im Nasdaq.
VON BORIS FELDMANN

Da sind keine Milchbubis am Werk! Die Jungs von Emmi sind auf dem Börsenparkett förmlich durchgestartet. Die Molkerei-Aktie gewann innert einer Woche sensationelle 9,24%. Beim aktuellen Kursstand von 215.20 Franken würde ich mich nun aber vorzeitig mit einem Supergewinn in die vorzeitigen Weihnachtsferien verabschieden, obwohl die UBS-Analysten das Kursziel auf 240 Franken hinaufgesetzt haben (erstmaliger Verkauf).

Die Banken performen zurzeit sehr unterschiedlich. Der weltweit erfolgreichste Bankmanager in der Alterskategorie der unter 40-Jährigen, Bank-Bär-CEO Boris Collardi, ist nicht mehr zu halten: +9,36% lautet die Monatsbilanz der Bär-Aktie, während die grosse alte UBS im gleichen Zeitraum 5,78% verliert. Noch härter abgestraft wird die CS mit Marathonläufer Brady Dougan an der Spitze: –8,13%. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht abzusehen (halten, Kursziel 47 Franken).

Wie von Zauberhand gesteuert erklimmt die Myriad Group die Steilhänge des Swiss Performance Index (SPI) und schliesst die Börsenwoche mit einem Gewinn von +5,38% ab. Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass kurz vor und während der Bekanntgabe der 120-Millionen-Franken-Klage gegen den US-Software-Giganten Oracle ein abnormales Handelsvolumen um den Titel ersichtlich wurde.
Während eines Börsentages wurde mehr als das Zwanzigfache des Tagesumsatzes ausserhalb des Börsenringes gehandelt (Over The Counter). Dies ist nicht nur mit dem Ausstieg eines einstigen Grossaktionärs zu erklären, sondern auch mit der Verschiebung in der Aktionärsstruktur: Der Abschluss eines Vertrages mit der Telefonica erweitert die Kundenbasis nun um zusätzliche 60 Millionen mögliche Nutzer in Lateinamerika (wiederholter Kauf).

Die sprudelnden Werbeeinnahmen der Tagespresse im November 2010 verliehen den Aktien des Zürcher Pressehauses Tamedia zusätzlichen Kursschub: +3,97%. Sehr deutlich gibt sich nun
eine Privatbankentochter der Deutschen Bank zu erkennen, die richtig heiss auf den Medientitel aus ist (halten bis auf 128 Franken).

Nur noch einen Franken unter meinem ursprünglichen Kursziel von 172 Franken liegen die Valoren der Bucher Industries. Doch diese Marke wird in Kürze weit übersprungen, wenn die Kaufempfehlung einer sehr grossen Schweizer Bank publik gemacht wird. Schon aufgesprungen sind deutsche Anleger angesichts einer Rendite von 8,51%, die ohne Währungsgewinne innert vier Wochen erzielt wurde (halten, neues Kursziel 185 Franken).

Unsere Empfehlung an der Nasdaq: Sandisk schloss den Monatsvergleich als Nr.1 mit einem Monatszuwachs von 22.24% ab. Brillant ist auch die aus steuerlichen Gründen im Kanton Genf ansässige Forster Wheeler, die 15,1% hinzugewann (time to say goodbye).

Nicht nur der Nationalbankchef Philipp Hildebrand verliert im Devisenroulette dieses Jahr Geld, sondern auch der hochgelobte 42-jährige Giuseppe Manieri. Sein kürzlich aufgelegter UICITS3Fonds nahm in den letzten sechs Monaten um 5,59% ab, obwohl 33,36% des Fondsvermögens in sicheren deutschen Staatsanleihen liegen. Im langfristigen Durchschnitt bleibt sein Ergebnis weiterhin top: 10% jährliche Rendite.
Hart erwischt hat es auch den UBS-Topseller V10 Currency Strategy Total Return (177 Millionen Anlagesumme in Amerika), der seit Jahresanfang in seiner Ausgabewährung 9,05% verlor. Doch seit dem Start des Produktes Ende März 2008 ist die Bilanz mit +24,69% weiterhin Spitze.

Rund 5,5 Millionen Franken hat Ex-Novartis-Top-Manager Thomas Ebeling beim Verkauf von 200000 Aktien seines deutschen Senders Sat1ProSieben abgeholt. Stand die Aktie im Frühling 2009 bei lumpigen 0.89 Euro, so steht sie heuer bei magischen 23.13 Euro. Doch aufgepasst: Die Firma hat weiterhin eine milliardenschwere Schuldenlast auf der Bilanz.

Begeistert bin ich von der Kursentwicklung des Genfer Bankensoftwarehersteller Temenos. Obwohl die Aktie dieses Jahr fast 40% hinzugewann, sollten die zukünftigen Vertragsabschlüsse in Asien den Kursturbo auch im Jahre 2011 zünden (erstmaliger Kauf).


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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