Lautes Lachen tönt aus dem Wald. Das Lachen von Kindern, die Spass haben. Die ausgelassen toben, einander hinterherjagen – die in der freien Natur sind eben. «Draussen kann ich so spielen, wie es drinnen einfach nicht geht», sagt David. Der Siebenjährige grinst. Er schielt zu seinen Gspändli. Er möchte wieder losrennen – weg von der Journalistin, rein in den Wald.

«Fussballspielen zum Beispiel kann man ja nicht drinnen»: David (7)

Zufriedene Kinder – zufriedene Eltern! 

David ist eines von 30 Kindern, die uns auf der ersten Etappe des diesjährigen Leserwanderns begleiten. Zum Auftakt der achten Ausgabe führen uns die Wanderleiter auf den Sinnespfad von Gipf-Oberfrick – wir sind unterwegs auf Wegen, die den Entdeckergeist wecken. Das ist das Geheimnis von Familienwanderungen: Unterhalte die Kinder, dann sind auch die Eltern entspannt.

Das Highlight der ersten Etappe: Eine kleine Alphorn-Performance in der Mittagspause.

«Es geht um die Kinder»

In entspannte Gesichter blicken wir bereits beim Start im Dorf Gipf-Oberfrick: Neben den 30 erwartungsvollen Kindergesichtern sind es auch noch 110 Gesichter von Erwachsenen, die Rolf Cavalli, stellvertretender Chefredaktor der «az Nordwestschweiz», an diesem Morgen begrüsst. Darunter sind Stammgäste, Kurzentschlossene, Neu-Leserwanderer. Doch für alle gilt heute das gleiche, schärft Wanderleiter Toni Niedermann ein: Es geht um die Kinder. Darum wollen wir langsam laufen. Und uns mindestens so viel Zeit für die Posten auf dem Erlebnisweg nehmen, wie für die Wanderung alleine.

Denn: Was Erwachsenen am Wandern gefällt, muss Kindern noch lange nicht gefallen. Ein langer Aufstieg? Mühsam. Eine schöne Aussicht? Langweilig. Aber ein Themen- oder Erlebnisweg: mega spannend. Barfuss über den Waldboden laufen, am Wasserbecken Schleusen bauen, die heimischen Hölzer erfühlen: So ist die knapp sieben Kilometer lange Strecke der ersten Etappe auch für die Kleinen ein kurzweiliger Spaziergang. «Ist es noch weit?» Diese Frage hören wir heute nicht einmal. David aus Tecknau kraxelt lieber noch den Felsen hoch.

Die Kleinen sensibilisieren

Erlebniswege wie der Sinnespfad von Gipf-Oberfrick öffnen den Zugang zur Natur, erzählen Geschichten, stillen den Wissensdurst der Kinder. Draussen findet Lernen auf geistiger und körperlicher Ebene statt, die Kleinen sensibilisieren sich für die Umwelt und erkennen die Zusammenhänge. Was heute nach durchdachter Erziehungsmethode klingt, war wohl für manchen von uns früher noch Erziehungsalltag.

«In der Natur ist es spannend»: Jasmin (11) aus Merenschwand.

Ein guter Grund also, um dieses Jahr fünf Familienwanderungen anzubieten. Die Wanderzeiten auf diesen Etappen sind kürzer, der Wegverlauf einfach und die Themen dafür umso vielfältiger: Im Naturpark Thal laufen wir den Holzweg, in Staufen fahren wir auf der Gartenbahn, in Reinach wandern wir den Märliweg, im Freiamt den Sagenweg. Lautes Kinderlachen inbegriffen – entspannte Elterngesichter auch.

Auch die restlichen elf Leserwanderungen sind dieses Jahr auf die Bedürfnisse unserer Mitwanderer zugeschnitten: Auf den Königsetappen sind viele Höhenmeter inbegriffen, damit werden wir den Wander-Routiniers gerecht. Unsere fünf Abendwanderungen beginnen erst nach Feierabend und sind so auch für Berufstätige möglich.

Bis bald – wir sehen uns draussen!