Wirtin ohne Bewilligung

Seit Montag gibt es im Riehener Naturbad keine warmen Mahlzeiten mehr. Nach einem Eklat zwischen dem Betreiber des Naturbadcafés und dem Basler Gastgewerbeinspektorat müssen die Gäste mit einem einfachen Kiosk vorliebnehmen, der von Riehener Gemeindeangestellten geführt wird. Was die Riehener Gemeinderätin Christine Kaufmann (EVP) als «administratives Durcheinander» beim Pächter Fabian Rutishauser bezeichnete, gleicht seit Jahresanfang vielmehr einem Chaos. Die Betriebsbewilligung war nicht auf Rutishauser, sondern auf die Wirtin Eileen Skinner ausgeschrieben. Marc Keller, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, sagt, dass sie sich Ende vergangenen Jahres abgemeldet habe. Seither führe die Gastrobâle den Betrieb ohne Bewilligung. Bereits im Januar sei Rutishauser auf diese «Vakanz» aufmerksam gemacht worden, sagt Keller.

Rutishauser hadert mit den Behörden. Er habe eine Nachfolgerin für Skinner gehabt. Sie sei jedoch nicht in der Lage gewesen, stets vor Ort zu sein. Das Gastgewerbegesetz schreibt vor, dass der Wirt «während der Hauptbetriebszeiten und störungsanfälliger Zeiten» anwesend ist. Rutishauser ist der Meinung, dass die Behörden diesen Passus zu eng ausgelegt hätten. In den vergangenen Wochen, in denen es geregnet habe, seien kaum Gäste im Bad gewesen. In der Woche, bevor das Restaurant geschlossen wurde, sei er viermal auf dem Gastgewerbeinspektorat gewesen, um eine Lösung herbeizuführen. Vergeblich. Rutishauser sieht sich als Opfer der Behördenwillkür. «Es ist die Realität. Besonders in kleineren Betrieben kann der Bewilligungsinhaber nicht immer vor Ort sein.» Die Hoffnung, dass das Naturbadcafé demnächst wieder öffnet, hat er nicht aufgegeben. Er stehe bereits mit einer neuen Wirtin in Kontakt.

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