Im August ist es so weit: Die Universität Basel gewährt Einblick in die Nebentätigkeiten der Professoren. Auf der Liste werden die Verwaltungsrats- und Stiftungsratsmandate publiziert. Geheim bleiben weiterhin berufliche Nebentätigkeiten wie Beratermandate sowie die Höhe der Einkünfte. Matthias Geering, Sprecher der Uni Basel, spricht von «unpräzisen» Medienberichten, welche im Frühjahr eine Offenlegung sämtlicher Nebentätigkeiten der Uniprofessoren angekündigt hatten. Davon habe die Uni «nie gesprochen», sagt Geering.

Im Grunde genommen macht die Universität nichts anderes, als ohnehin öffentlich zugängliche Informationen zusammenzutragen. Verwaltungsratsmandate können nämlich im Handelsregister eingesehen werden.

Kritik ist der Uni mit diesem halbherzigen Schritt gewiss. Die Baselbieter Grünen-Nationalrätin Maya Graf hätte sich gewünscht, dass die Uni sämtliche Nebenämter der Kaderleute offenlegt, die «im Zusammenhang mit ihrer Lehre und Forschung stehen». Sie hatte in einem Vorstoss auf nationaler Ebene erwirkt, dass die leitenden ETH-Angestellten ihre Nebentätigkeiten offenlegen müssen. Weil die Unis in den Zuständigkeitsbereich der Kantone fallen, sind diese hier verantwortlich.

Anita Fetz, Basler SP-Ständerätin und Vizepräsidentin der parlamentarischen Finanzdelegation, geht noch weiter. Die Finanzdelegation hatte die Schweizer Hochschulen zu mehr Transparenz aufgefordert. «Dazu gehört, dass alle Nebentätigkeiten deklariert werden und dass geregelt wird, wie die damit verbundenen Einnahmen verteilt werden.» Fetz findet, dass alle «mit Einkünften verbundenen Tätigkeiten» deklariert werden sollen. Der Uni erwächst gar aus den eigenen Reihen Kritik. Soziologieprofessor Ueli Mäder sagt: «Ich meinte, die Deklaration gehe viel weiter. So fehlt die Transparenz und der Umverteilungseffekt sowieso.» Mäder fordert nicht nur die Offenlegung der bezahlten Tätigkeiten neben der Uni, sondern auch die Abgabe aller Einnahmen. Er habe stets sämtliche Erträge abgeliefert. In seiner Zeit im Nachhaltigkeitsbeirat der Axpo seien dies 10 000 Franken pro zwei- bis dreistündige Sitzung gewesen. Honorare, die er heute für Vorträge oder Bücher bekommt, fliessen ebenfalls auf Konti, die von der Uni verwaltet werden. Mäder sieht die Professoren in der Pflicht: «Sie sind bereits hoch entlöhnt. Sie benötigen keine zusätzlichen Einnahmen, kommen aber leicht dazu. Es macht Sinn, diese umzuverteilen.»

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