Der Aufschrei war gross, als Basel bekanntgab, Syngenta werde Hauptsponsor des Auftritts an der Expo Milano 2015 sein. Das Motto der Weltausstellung lautet «Feeding the Planet, Energy for Life», und da soll ausgerechnet der Agrarkonzern zusammen mit Basel auftreten. Syngenta steht international in Kritik wegen des Herbizids Paraquad, das jährlich Tausende Landarbeiter vergiften soll. Sabine Horvath, Aussenbeauftragte der Regierung, beschwichtigte im vergangenen Frühling gegenüber der «Schweiz am Sonntag»: Die Uni Basel werde flankierend eine «kontroverse Diskussion» um das Expo-Thema führen.

Dagegen wehrt sich nun aber die Uni: «Wir haben explizit gefordert, dass unsere Präsenz von derjenigen der Syngenta unabhängig ist», sagt Sprecher Matthias Geering. Die Forschung der Universität sei absolut unabhängig von Konzerninteressen. Auch die 85 000 Franken für den Uni-Auftritt in Mailand bezahle man aus der eignen Kasse, sagt Geering. Insgesamt werden zum Überthema «Energie und Nachhaltigkeit» vier Professoren aus den Bereichen Umwelt- und Energieökonomie, Chemie, Botanik sowie eine Titularprofessorin für nachhaltige Wassernutzung referieren. Abgeschlossen wird die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion, die der Rektor Antonio Loprieno leiten wird.

Basel belebt vom 1. Mai bis zum 12. Juni den Schweizer Pavillon in Mailand. In dieser Zeit wird die Uni zudem mit einer Ausstellung präsent sein, welche die «Wissenschaft erlebbar macht».

Den Entscheid der Universität, keine Diskussion über das Expo-Thema «Feeding the Planet» zu führen, habe man akzeptiert, sagt Horvath. Es stehe ihr selbstverständlich frei, Thema und Ausgestaltung selber zu wählen. «Wir nehmen darauf keinen Einfluss.» Ein breiter Bezug zum Expo-Thema sei aber dennoch gewährleistet, verspricht Horvath. Die drei teilnehmenden Schweizer Städte Genf, Zürich und Basel hätten für die gemeinsame Zusatzausstellung «The Urban Food Innovation» Partner wie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), die Fachhochschule Nordwestschweiz und weitere Organisationen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit und Biodiversität gefunden.

Syngenta tritt nicht nur als Hauptsponsor auf, sondern wird auch in der Ausstellung einen eigenen Auftritt haben. Anhand eines Praxisbeispiels will der Basler Agrarkonzern «die Herausforderungen der weltweiten Landwirtschaft, immer mehr Nahrungsmittel für eine stark wachsende Bevölkerung zu produzieren und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schonen» beleuchten, wie das Basler Präsidialdepartement schreibt. Neben Syngenta und der Vitra AG als Hauptsponsoren unterstützen ausserdem die IWB und die Christoph Merian Stiftung den Auftritt in Mailand.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper