In drei Wochen beginnt es sich wieder zu drehen, das Riesenrad auf dem Münsterplatz. Hoch über dem Boden werden seine Passagiere den Blick über die Stadt geniessen – «z’Basel isch Herbschtmäss». Noch steht das Riesenrad nicht, die Emotionen kochen aber bereits hoch. Oskar Herzig-Jonasch sagt: «Für Schausteller ist die Herbstmesse ein teures Pflaster geworden.» Der SVP-Grossrat betreibt seit 1977 je einen Confiseriestand auf dem Messeplatz und dem Kasernenareal. Das Problem seien nicht die Standplatzgebühren, die er dem Kanton Basel-Stadt entrichten müsse. Diese seien nicht erhöht worden. Vielmehr würden die Anschlussgebühren an das Netz der Industriellen Werke Basel (IWB) sowie die Kosten für Infrastruktur wie Kabel oder Leitungen seit Jahren nur noch in eine Richtung zeigen: nach oben. «Vor zehn Jahren habe ich für den Stand auf dem Messeplatz für diese Leistungen 500 Franken bezahlt, heute sind es 2800 Franken.» Und erst im vergangenen Jahr hätten die IWB die Tarife für die Anschlüsse «schon wieder» erhöht, und zwar um acht Prozent.

Herzig-Jonasch stört sich insbesondere daran, dass jeder einzelne Betreiber der IWB eine Gebühr bezahlen müsse, «und dies jedes Jahr aufs Neue, für die exakt selbe Dienstleistung».

Ein fixer Anschluss für alle
Der Schausteller spricht einen Konflikt an, der seit mehreren Jahren zwischen den Schaustellern und den IWB gärt. Bereits 2014 monierte Herzig-Jonasch eine «Kostenexplosion» bezüglich Infrastrukturkosten, die wiederum die Preise für die Besucher an der Messe in die Höhe treiben würden, und kündete an, auf politischer Ebene aktiv zu werden.

Dies ist in der Zwischenzeit geschehen: Im Rahmen eines parlamentarischen Anzugs von Herzig-Jonasch und der ehemaligen Grossrätin Mirjam Ballmer (Grünes Bündnis) prüfen die Behörden, mit welchen Massnahmen die Kosten für Veranstalter auf der Allmend gesenkt werden können. Eine Möglichkeit: die Errichtung einer fixen Infrastruktur für die Stromanschlüsse auf den wichtigsten Veranstaltungsplätzen Basels. Brigitte Meyer, Generalsekretärin des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU), sagt: «Aktuell gehen die Überlegungen dahin, dem Grossen Rat einen Ratschlag zu unterbreiten mit den Kosten der Errichtung einer solchen Infrastruktur. Will das Parlament dafür Steuermittel einsetzen, ergäben sich bei den Veranstaltern entsprechende Kostenreduktionen.»

Auf die Tariferhöhung im vergangenen Jahr angesprochen, sagt IWB-Sprecher Erik Rummer: «Die Anpassung war notwendig, nachdem zehn Jahre lang keine Änderungen vorgenommen worden waren. Eine Überprüfung hat ergeben, dass die bisherigen Tarife nicht mehr kostendeckend waren.» So seien etwa die Material- oder Personalkosten angestiegen. Meyer vom WSU sagt dazu: «Würden diese Gebühren zu tief angesetzt, müssten die ungedeckten Kosten von den Steuerzahlern übernommen werden. «Und dies unabhängig davon, ob sie die Herbstmesse besuchen oder nicht.»

Herzig-Jonasch streitet derweil ab, dass dies die einzige Gebührenanpassung der IWB gewesen sei, und sagt, er könne dies anhand aktueller Rechnungen belegen. Allerdings seien die Dokumente bei seinem Treuhänder hinterlegt, und dieser weile bis Montag in den Ferien.

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