Dass das Bethesda-Spital die Frauenklinik vom Bruderholz übernimmt, ist nur noch Formsache. Bethesda-Direktor Thomas Rudin sagt, die Verhandlungen seien «in vollem Gange» und sollten noch im September abgeschlossen sein. Definitiv sei der Wechsel des Chefarzts David Hänggi und seiner Stellvertreter Hansjörg Huemer und Jörg Humburg sowie Klaus Baumann. Dazu habe man schon diverse Ober- und Assistenzärzte verpflichtet.

Vor einer ungewissen Zukunft stehen hingegen die zwanzig fest angestellten Hebammen des Bruderholz-Spitals. Eine Mitarbeiterin sagt gegenüber der «Schweiz am Sonntag», dass ihr das Kantonsspital Baselland (KSBL) am Bethesda-Spital lediglich eine Stelle «weit unter meiner Qualifikation oder in der Pflege» in Aussicht gestellt habe. Andere, so sagt sie, müssten damit rechnen, nach dem Zügeltermin am 1. Januar 2016 auf der Strasse zu stehen.

Auf die Frage nach den beruflichen Perspektiven der Hebammen reagieren sowohl das Kantonsspital Baselland als auch das Bethesda-Spital ausweichend. Rudin erklärt, neben den bereits eingestellten Ärzten werde «situativ» weiteres Personal engagiert. KSBL-Sprecherin Christine Frey sagt: Wie viele Mitarbeiter ins Bethesda wechselten, sei «Gegenstand der Verhandlungen». Für alle, die nicht übernommen würden, fänden sich «allenfalls unter Einbezug der Personalverbände» Lösungen. Diese Verhandlungen dürften sich schwierig gestalten, denn die Personalverbände sind derzeit alles andere als gut auf das KSBL zu sprechen.

Die Gewerkschaft VPOD wirft der Spitalspitze Wortbruch vor. Regionalsekretärin Marianne Meyer sagt: «Das Versprechen von Verwaltungsrats-Präsident Werner Widmer, wonach alle Angestellten eine berufliche Perspektive haben werden, wird in keiner Weise eingehalten.» Meyer geht mit hohen Zielen in die Verhandlungsrunde. Ihr genügt nicht, dass den Hebammen eine berufliche Perspektive angeboten wird. Sie fordert, dass die Planung für die Zusammenlegung gestoppt wird. Dies nicht in erster Linie wegen der Hebammen, sondern wegen der «drohenden Unterversorgung». Den Wegfall der Frauenklinik auf dem Bruderholz werde das Bethesda auch mit der geplanten Kapazitätserweiterung nicht kompensieren können. Selbst der im Jahresbericht angekündigte Ausbau auf jährlich 1500 Entbindungen genüge nicht. In der Region müssten jährlich über 200 zusätzliche Entbindungen durchgeführt werden können. Dieser Jahresbericht ist offenbar schon überholt, denn im Bethesda wird die Kritik gelassen gekontert. Mit dem geplanten Ausbau könnten «problemlos 1800 Geburten» abgewickelt werden.

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