Der Konflikt schwelte, diese Woche ist er offen ausgebrochen: Die Sekundarschule Erlimatt in der Basler Vorortsgemeinde Pratteln hat Anzeige gegen eine Lehrerin wegen des Verdachts auf sexuelle Handlung mit einem ihr anvertrauten Schüler eingereicht. Die Staatsanwaltschaft bestätigt auf Anfrage den Eingang einer Strafanzeige.

Am Dienstag orientierte der Rektor Daniel Hänggi die Lehrerschaft in einem Konvent unter Nennung der betroffenen Lehrerin. Am Mittwoch wurden einige Klassen durch die Lehrer informiert, andere nicht. Doch in der Schülerschaft kursiert die Geschichte ohnehin seit einigen Wochen.

Erste Gerüchte, dass eine rund 50-jährige Lehrerin ein Verhältnis mit einem damals 17-jährigen Schüler eingegangen sei, kamen bereits vor den Sommerferien auf. Bei pädagogischen Abhängigkeiten gilt das Schutzalter 18. Sexuelle Kontakte mit Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sind verboten. Mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren kann gemäss Strafgesetzbuch allerdings nur bestraft werden, wer eine sexuelle Handlung vornimmt, «indem er diese Abhängigkeit ausnützt». Der Schüler hat seine Schulzeit mittlerweile beendet und ist 18-jährig geworden.

Vor rund drei Wochen erhärtete sich das Gerücht über die Beziehung. Die Schulleitung sei durch eine Schülerin mit Fakten konfrontiert worden. Die Verantwortlichen reagierten jedoch erst vergangene Woche. Rektor Hänggi sagt, man habe in enger Absprache mit dem Personaldienst und dem Schulrat gehandelt, sobald man Kenntnis von den Vorwürfen gehabt habe. Genauere Angaben über den zeitlichen Verlauf könne er aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht machen. Elisabeth Schildknecht, Präsidentin des Schulrats, sagt, sie sei vergangene Woche informiert worden und es seien daraufhin alle nötigen Massnahmen getroffen worden.

Die Lehrerin war Anfang Woche nicht in der Schule, hat am Freitag den Unterricht zur Verwunderung vieler aber wieder aufgenommen. Rektor Hänggi sagt, es gelte die Unschuldsvermutung und die Unterrichtsqualität sei gewährleistet. Allerdings, so ist aus Schulkreisen zu vernehmen, sträubten sich einige Klassen, sich von ihr unterrichten zu lassen. Die angezeigte Lehrerin wollte auf Anfrage nicht Stellung beziehen.

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