Ohne Vorwarnung in den sozialen Medien startete am Freitagabend um 22 Uhr vom Barfüsserplatz aus ein Zerstörungszug von rund fünfzig Randalierern. Der Marsch der Vermummten führte über die Heuwaage zum Steinengraben, weiter durch die Kornhausgasse und über die Lyss in Richtung Totentanz. In der Spitalstrasse beendete die Polizei den Spuk nach einer Stunde mit dem Einsatz von Gummischrot.

Bilanz der Ausschreitung: Zwei leicht verletzte Polizisten sowie eine Demonstrantin, die bei einem Fluchtversuch stürzte. Dazu fünf beschädigte Polizeifahrzeuge sowie Schäden von bis zu 100 000 Franken. Getroffen hat es vor allem die Helvetia-Versicherung, deren Glasfront zertrümmert wurde. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem äusserst aggressiven Verhalten der Randalierer. Diese stammen gemäss ersten Ermittlungen aus der ganzen Schweiz. Vierzehn wurden verhaftet; einer ist Holländer, ein weiterer minderjährig, drei sind Frauen.

Über die Beweggründe tappte die Polizei am Samstag im Dunkeln. Bekenntnisschreiben liegen so wenig vor, wie sich aus den Schmierereien Rückschlüsse auf die Motive der Urheber schliessen lassen. Die unbemerkt erfolgte Mobilisierung und die Ausrüstung lassen auf eine gut organisierte Aktion schliessen. Die Polizei war entsprechend unvorbereitet. Umso überraschender die hohe Zahl an Verhaftungen. Aus Einträgen polizeinaher Personen in den sozialen Medien kann der Schluss gezogen werden, dass dahinter keine vorweg beschlossene Strategie steckte, sondern sie sich aus der Situation heraus ergaben, nachdem die Polizisten selbst angegangen worden waren.

In den ersten Befragungen zeigten sich die Verhafteten wortkarg. Einige von ihnen werden gemäss Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt.

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