Hintergrund des Verfahrens ist eine Verantwortlichkeitsklage der GLKB gegen fünf ehemalige Bankräte, drei Geschäftsleitungsmitglieder sowie die externe Revisionsgesellschaft. Wie die «Basler Zeitung» berichtete, wird ihnen vorgeworfen, in den Jahren 2005 bis 2007 ungesicherte Kredite an ausserkantonale Unternehmen vergeben und damit einen Millionenschaden verantwortet zu haben. Seit September 2015 liegt das 87-seitige Urteil des Kantonsgerichts vor. Damit werden alle Beschuldigten zur Zahlung von insgesamt 16 Millionen Franken verpflichtet.

Alle Parteien haben das Urteil angefochten. Zwei der Bankräte haben formell angekündigt, Regressforderung bei der damaligen Finanzchefin und Verantwortlichen für die interne Revision Leimgruber zu stellen, sollten sie auch vom Obergericht und Bundesgericht verurteilt werden. Sie begründen dies damit, sie hätten den Berichten der internen Revision vertraut, die nicht angemessen auf die erhöhten Risiken aufmerksam gemacht hätten. Ob der Vorwurf zutrifft, müsste in einem eigenen Verfahren vom Gericht geprüft werden. Und bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Aus dem vorliegenden Entscheid des Kantonsgerichts geht hervor, dass die interne Revision zwar vereinzelt auf Ausfallrisiken hingewiesen habe. Allerdings finden sich keine Hinweise auf eine dezidiert kritische Hinterfragung von Kreditvergaben etwa an Firmen, deren eigene Revision bereits auf eine Überschuldung hingewiesen habe.

Auch die externe Revisionsgesellschaft, die erstinstanzlich zur Zahlung von über sechs Millionen Franken verurteilt wurde, verweist in ihrer Argumentation darauf, stets in Übereinstimmung mit der internen Revision die GLKB geprüft zu haben. Das Kantonsgericht stellt dies nicht in Abrede, sieht darin jedoch keine Strafmilderung für die externe Revision.

Das zweitinstanzliche Urteil des Obergerichts soll bis Juni gefällt werden.

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