Die Art Basel gilt als wichtigste Kunstmesse der Welt. Öffnet sie am 18. Juni 2015 zum 46. Mal ihre Tore, strömt die internationale Kunstwelt nach Basel. Um die Aufmerksamkeit dieses Publikums buhlen jeweils zahlreiche Nebenmessen. 2015 kommt eine neue dazu: Die Photo Basel soll am 17. Juni im Ackermannshof an der St. Johanns-Vorstadt 19 eröffnen. Das kündigen die Organisatoren Sven Eisenhut und Samuel Riggenbach auf ihrer Website an. Ihre Photo Basel GmbH wurde diesen Monat im Handelsregister eingetragen.

Das Konzept: Die Messe bietet dreissig bis vierzig Fotogalerien Stände von jeweils zwölf Quadratmetern an. Gezeigt werden sollen ausschliesslich Arbeiten von Fotografen unter vierzig Jahren.

Eisenhut, Geschäftsführer der Photo Basel, sagt: «Die Schweiz hat neben dem Festival ‹Images› in Vevey kaum Festivals und Messen für Fotografie – da sehen wir die Chance, eine Lücke zu füllen.»

Allerdings scheint eine Konkurrenzveranstaltung in Vorbereitung: Die Agentur Photomarketing mit Sitz in Berlin hat kürzlich in Fachkreisen die Fotomesse Photo International Basel angekündigt – im selben Zeitraum wie die Photo Basel. Eisenhut sagt, ursprünglich sei Photmarketing-Inhaber Bernd Fechner Teil des Teams von Photo Basel gewesen. Es kam offenbar zum Bruch – ob nun zwei Fotomessen zugleich in Basel ihre Erstausgabe feiern, ist offen. Fechner war für die «Schweiz am Sonntag» nicht erreichbar, die Website seiner Photo International ist im Aufbau, Informationen zu Ort und Ausrichtung fehlen.

Welche Galerien an der Photo Basel vertreten sein werden, will Eisenhut nicht verraten. Auch den Namen des Kurators, der die Galerien in einen Gesamtzusammenhang stellen soll, gibt er noch nicht preis – es handle sich um eine Fachperson aus den USA, schriftliche Vereinbarungen seien noch nicht getroffen. Eisenhut dürfte der Rat eines Fotoexperten zugutekommen: Der 32-Jährige kommt aus der Gastronomie und hatte bisher beruflich nicht mit Fotografie zu tun. Seine Familie ist in der Basler Gastroszene verankert: Mutter Astrid Eisenhut-Sattler führt das Stadthaus-Café, Onkel Roland Sattler ist der Patron der Restaurants Tapadera und Rollerhof. Sven Eisenhut selbst hat die Hotelfachschule in Lausanne absolviert. Als Organisator trat er 2007 mit einer Miss-Basel-Wahl in Erscheinung, die nach einer Ausgabe beendet wurde. Ins Leben gerufen hat er auch einen Schönheitswettbewerb an Schweizer Universitäten.

Finanzieren wollen Eisenhut und Riggenbach die Photo Basel mit Geldern von Sponsoren und mit Standmieten – ein Stand kostet rund 6000 Franken. Noch arbeite man ehrenamtlich, sagt Eisenhut, Gesuche für staatliche und private Gelder seien in Vorbereitung.

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