Mit Piktogrammen versuchte das Basler Sportamt im Juni, die Situation im Frauenbad Eglisee zu entschärfen. Eines der Schilder weist darauf hin, dass das Baden nur in Badekleidung erlaubt sei. Der Hinweis löste das Problem nicht. Weiterhin reisten Musliminnen aus dem Elsass nach Basel, um das Bad mit ihren Kindern in Beschlag zu nehmen. Das Sportamt stellte fest, dass diese Musliminnen Stammgäste bedrängen und die Regeln eines muslimischen Frauenbads einfordern würden. Sie stören sich etwa an Frauen, die sich oben ohne sonnen.

Diese Woche hat das Sportamt nun beschlossen, die Hausordnung zu verschärfen. Künftig wird der Aufenthalt im Frauenbad nur noch im Badekleid erlaubt sein. Zudem soll die Anzahl der Kinder beschränkt werden. Damit soll verhindert werden, dass sich die elsässischen Musliminnen in der bisherigen Form auf der Wiese breitmachen.

In einer Mitteilung vom Juni betonte das Sportamt die «enge Zusammenarbeit» mit der Basler Muslim-Kommission. In einer Mitteilung von dieser Woche berichtet es, dass der «initiierte runde Tisch» die unhaltbare Situation bestätigt habe. Doch bei diesem runden Tisch war die Muslim-Kommission nicht dabei. Sekretär Serhad Karatekin sagt, dass sein Dachverband, der zwanzig islamische Organisationen vertritt, dem Sportamt ein «proaktives Unterstützungsangebot» unterbreitet habe: «Wir haben dem Sportamt vorgeschlagen, dass es uns Unterlagen schickt und wir damit Flyer in verschiedenen Sprachen erstellen, die wir in grenznahen Moscheen verteilen.» Doch nach einem Treffen hätten sie nie mehr etwas vom Sportamt gehört. «Wir sind enttäuscht», sagt Karatekin. Er vermutet Islamfeindlichkeit: «Vielleicht ist es auch nur darum gegangen, die Besucherzahl von Musliminnen einzuschränken, und die renitenten Damen waren die optimale Begründung dafür.» Er kritisiert aber auch, dass die Badeanzugspflicht nicht nur die Musliminnen treffe, sondern alle Frauen, die mit ihren Kleinkindern baden gehen möchten, selber aber nicht baden können.

Die Migranten-Fraktion im Grossen Rat hingegen begrüsst die neuen Regeln. Verständnis äussern die beiden SP-Grossräte Edibe Gölgeli sowie Mustafa Atici, und selbst der liberale Murat Kaya (FDP) sagt: «Ich finde es schade, dass man immer mehr Vorschriften machen muss. Wenn sich aber die Mehrheit der Bevölkerung gestört fühlt, sind diese Reglemente anscheinend unumgänglich.»

Ganz anders interpretiert das Historische Museum Basel die wirkungslosen Piktogramme. Es hat diese zu Gegenwartskunst erklärt. Für 40 Franken kann man die Flyer auf der Website des Museums bestellen: «Herstellungsort unbekannt, 2014, Papier, bedruckt».

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