Der Verein Shiftmode verbreitet eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Kultur-Pavillons auf dem ehemaligen Migrol-Areal im Klybeck würden gebaut; sie sollen die Infrastruktur für die Zwischennutzung am Rheinufer bilden. Doch: Die Bauten werden erst «Ende Sommer» bespielbar sein, die Kunstmesse «Scope» wird deshalb auch 2015 im Zelt stattfinden.

Katja Reichenstein, Sprecherin der mit der Zwischennutzung beauftragten Shiftmode, macht Verzögerungen beim Baubewilligungsverfahren dafür verantwortlich. Dies ermögliche jedoch, «unter weniger grossem Zeitdruck eine seriöse und niet- und nagelfeste Finanzierung sicherzustellen». Recherchen zeigen jedoch, dass die Zusammenhänge eher umgekehrt liegen: Die Bauvorbereitungen stocken, weil die Finanzierung weiterhin nicht gänzlich sichergestellt ist.

Reichenstein sagt: «Die Zusage der kreditgebenden Bank liegt vor.» Sie räumt jedoch ein, dass diese noch der «rechtlichen» Prüfungen bedürfe. Denn die Bank verlangt Bürgschaften. Die Basler Regierung hat dafür Ende Dezember 300 000 Franken bereitgestellt. Allerdings unter restriktiven Bedingungen, wie aus dem Vertrag mit der Fachstelle Stadtteilentwicklung hervorgeht, welche der «Schweiz am Sonntag» vorliegt.

Auch «diverse Zulieferfirmen» sollen Bürgschaften stellen. Einer davon will Marcus Reitmaier sein. Der Inhaber einer Projektfirma Solaranlagen verspricht einen sechsstelligen Betrag, was er auf Anfrage allerdings nicht bestätigen mag. Vor zehn Jahren hatte Reitmaier in Würzburg Schlagzeilen gemacht, als er sich als Käufer eines Hotelturms im Rohbau präsentierte, sich dies jedoch als Ente herausstellte. Zuletzt war er Thema bei Gewerkschaften, weil beim Bau der Solaranlage auf dem Dach der Feldschlösschen-Brauerei Arbeiter zu Dumpinglöhnen arbeiteten.

Für Shiftmode ist es wichtig, überhaupt Bürgschaften und Einnahmen generieren zu können. So sollen auch hochkommerzielle Areal- und Markensponsoren für den Holzpark gewonnen werden. Dokumentiert ist ein konkretes Angebot an den Tabakmulti Philip Morris, für 80 000 Franken pro Jahr die Markenrechte für Tabak zu erstehen. Reichenstein versucht zu relativieren: «Dies sind bloss alternative Finanzierungsmodelle, über die wir uns auch schon unterhalten haben.» Und flankierend verbreitet Shiftmode die Nachricht: «Die von gewissen Kritikern befürchtete Gastro- und Partymeile steht nicht auf dem Menuplan der Zwischennutzer.»

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper