Die Reihen bei den Baselbieter Bürgerlichen lichten sich. Nachdem der Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann vergangene Woche gegenüber der «Basler Zeitung» bekannt gab, nicht für den Regierungsrat zu kandidieren, nimmt sich nun auch der gerüchteweise als Kandidat gehandelte BLT-Direktor Andreas Büttiker aus dem Rennen. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» erklärt Büttiker: «Ich stehe als Regierungsrats-Kandidat nicht zur Verfügung. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

Der parteilose Büttiker wurde unlängst als bürgerlicher Kompromiss-Kandidat vom Arlesheimer Polit-Hellseher und Blogger Manfred Messmer ins Spiel gebracht. Messmer hilft CVP, FDP und SVP bei der Suche nach einem gemeinsamen vierten Kandidaten für die Gesamterneuerungswahlen am 8. Februar 2015. Die drei Parteien hatten Anfang Juli angekündigt, mit vereinten Kräften in den Wahlkampf zu ziehen.

Im Vordergrund steht bei der gemeinsamen Strategie die Wiederwahl der drei Regierungsräte Anton Lauber (CVP), Sabine Pegoraro (FDP) und Thomas Weber (SVP). Zudem wollen sich die Parteipräsidenten Oskar Kämpfer (SVP), Christine Frey (FDP) und Marc Scherrer (CVP) bis im August auf einen vierten Kandidaten einigen, um den frei werdenden Sitz von SP-Bildungsdirektor Urs Wüthrich anzugreifen.

In die PolePosition bringt sich nun der Binninger Gemeindepräsident Mike Keller (48). Er bestätigt, für die Regierung kandidieren zu wollen: «Ja, ich habe mein Interesse bei der Parteileitung kundgetan.» Der Freisinnige Keller wurde 2008 in die Exekutive der Basler Vorortsgemeinde Binningen gewählt, vier Jahre später übernahm er das Präsidium. Seither mauserte sich Keller zum starken Mann der Geber-Gemeinden des kantonalen Finanzausgleiches. Zusammen mit dem grünen Liestaler Stadtpräsidenten Lukas Ott und dem Reinacher Gemeindepräsidenten Urs Hintermann (SP) setzte er sich geschickt für die Anliegen der finanzstarken Baselbieter Ortschaften in Szene. Das Trio gibt den Gemeinden eine Stimme und macht erfolgreich Druck auf den Kanton.

Der als progressiv bekannte Keller hätte bei der CVP wohl gute Chancen für eine Nominierung. Einen schwierigeren Stand dürfte der freisinnige Energie-Unternehmer hingegen bei seiner eigenen Partei haben. Der Name Mike Keller fiel Wirtschaftskammerdirektor und FDP-Parteileitungsmitglied Christoph Buser nicht ein, als er Mitte Juni gegenüber der «Basler Zeitung» «spontan» vier «fähige FDPler» für das Regierungsamt aufzählte. In den Sinn kamen Buser auf Anhieb die Landräte Christof Hiltmann, Monica Gschwind, Andreas Dürr sowie Fraktionspräsident Rolf Richterich. Letzterer sagt, er habe sich noch nicht entschieden, ob er kandidieren wolle, Gschwind und Dürr liessen eine Anfrage der «Schweiz am Sonntag» unbeantwortet.

Weniger zurückhaltend verhielten sich bisher die potenziellen Kandidaten der SVP. Fraktionschef Dominik Straumann und Landrätin Caroline Mall meldeten ihr Interesse am Regierungsratsdasein bereits früh an. Ob sie bei der CVP und bei der FDP eine Mehrheit finden würden, ist allerdings fraglich. Umgekehrt dürfte Keller auch bei der SVP nicht nur mit offenen Armen empfangen werden. Zuletzt lieferte sich SVP-Präsident Kämpfer mit Keller einen Schlagabtausch wegen der Sanierung der Baselbieter Pensionskasse.

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