Wo der Planet Saturn im Horoskop auftauche, da seien Geduld und Durchhaltewille gefragt, um die verdiente Ernte einfahren zu können. Dies besagen astrologische Sterndeuter.

Der Elektronikdiscounter Saturn hatte mit dieser Einstellung vor fünf Jahren im Stücki-Center in Kleinhüningen sein erstes Schweizer Verkaufslokal eröffnet. Der deutsche Metro-Konzern wollte damit neben den bestehenden Media-Markt-Filialen eine zweite Filial-Kette in der Schweiz aufziehen. Nach einem Betriebsjahr waren im Stücki-Einkaufscenter viele Ladenbetreiber ernüchtert, nur der Saturn-Sprecher stellte sich auf den Standpunkt: Es laufe gut.

Wie schlecht es tatsächlich gelaufen ist, zeigt eine Bilanz der Betreibergesellschaft per Ende September 2013, die der «Schweiz am Sonntag» vorliegt: Insgesamt haben sich Verluste von 24 Millionen Franken summiert. Im Jahr 2012 betrug der Fehlbetrag 6,2 Millionen Franken, in den ersten neun Monaten 2013 waren es weitere 3,8 Millionen. Die grossen Verluste entstanden trotz einschneidender Sparmassnahmen. Gestartet mit einer Verkaufsfläche von 5000 m² wurde die Fläche zwei Jahre später auf 3000 m² reduziert. «Kompakter, knackiger und übersichtlicher» sei nun das Angebot, hiess das Versprechen. Auf das Geschäftsresultat hatte dies allerdings keine Auswirkungen.

Im April 2013 zog die Handelsgruppe die Reissleine und erklärte die gesamte Saturn-Strategie für gescheitert. Die Saturn-Filialen sollten entweder geschlossen oder als Media-Markt-Filiale weitergeführt werden. Im Juli wurden die Schilder auch im Stücki ummontiert und der Saturn neu als Media Markt auf einer kleineren Fläche von nur noch 2500 m² wiedereröffnet.

Nach der Bereinigung auf operativer Ebene hat nun auch eine Neustrukturierung der Firmen stattgefunden. Um die Unterdeckung in der Bilanz der Media Markt Basel Stücki AG zu beseitigen, wurde sie in die Media Markt Basel AG integriert, die bisher als Betreiberfirma der Filiale im Bahnhof SBB auftrat. Ebenfalls einfusioniert wurde die Prattler Filiale, die einen Bilanzüberschuss einbringt. Die Fusion der drei Media-Markt-Gesellschaften konnte ohne Probleme abgewickelt werden, da alle vollständige Tochtergesellschaften der Media-Saturn Helvetia Holding im deutschen Ingolstadt sind.

Zum Verlust im Stücki-Center gibt Media Markt auf Anfrage keine Auskunft. Zur Fusion der Filialen meint eine Sprecherin: Durch einheitlich umgesetzte Einkaufs- und Marketingaktivitäten soll gewährleistet werden, «die starke Position der Media Markt Gruppe in der Region weiter auszubauen und dem Kunden beste Auswahl und Preise anzubieten». Als Firmenkette ist der Saturn gestorben; an Durchhaltewillen möchte es nun aber auch Media Markt nicht fehlen lassen.

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