Von Rahel Koerfgen

Seit 16 Jahren können Frauen in der Basler Innenstadt Kleidung von Mango kaufen. Die spanische Kleiderkette eröffnete im Frühjahr 1999 ihre Filiale an der Freien Strasse 52 – noch vor der grossen Konkurrentin Zara. Unter dem Einkaufstourismus scheint Mango nicht zu leiden, wenngleich ihre Preise in der Schweiz bis zu vierzig Prozent höher sind als im Ausland: Im kommenden Frühjahr eröffnet Mango einen sogenannten Megastore in der Freien Strasse, und zwar schräg vis-à-vis des bestehenden Ladens – dort, wo bis im Juli 2015 der italienische Händler Benetton seine Mode verkaufte.

Den Umbau und die Neueinrichtung des Lokals mit der Hausnummer 59 lassen sich die Spanier rund eine Million Franken kosten. Dies ist in den entsprechenden Umbauplänen ersichtlich, die seit wenigen Tagen beim Bauinspektorat Basel-Stadt aufliegen. Konkret werden das Unter- und Erdgeschoss der Liegenschaft, die sich im Besitz der Vorsorgestiftung Richard mit Sitz in Zürich befindet, sowie das erste Stockwerk und ein Teil des zweiten neu ausgebaut. Zudem soll die Schaufensterfront über zwei Stockwerke nahezu komplett verglast werden. Für Mathias F. Böhm, Geschäftsleiter von Pro Innerstadt, kommt der Schritt von Mango nicht überraschend: «Die Markenvisibilität ist am neuen Ort deutlich besser als am alten.» Der Umbau soll dem Vernehmen nach am 31. März 2016 abgeschlossen sein.

Der neue Shop hat eine Fläche von 970 Quadratmetern; der bestehende ist halb so gross. Die deutliche Vergrösserung in Basel passt in das Megastore-Konzept, das Mango im Jahr 2013 startete: Die neuen Verkaufspunkte mit einer Fläche ab 800 Quadratmetern bieten meist sämtliche Linien der Gruppe an – also neben Damenmode auch Mango Man, Mango Kids und den Subbrand Violeta. Es ist deshalb davon auszugehen, dass im neuen Mango-Shop erstmals in Basel auch Mode für Männer und Kinder angeboten wird.

Am alten Ort will Mango laut der Liegenschaftseigentümerin Prowinko trotzdem nicht ausziehen: «Nach unserem jetzigen Wissensstand bleibt Mango Mieterin, allerdings mit einem neuen Konzept», sagt Prowinko-Chef Max Vorst auf Anfrage. Denkbar wäre demnach ein Outlet oder ein Violeta-Ableger.

Im Geschäftsjahr 2014 schrieb Mango ein Umsatzplus von neun Prozent. Alleine im vergangenen Jahr wurden weltweit 43 Megastores eröffnet, im laufenden sind 75 geplant. Derzeit betreiben die Spanier 2700 Läden in 109 Ländern.

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