Für das laufende Jahr stellt die Finanzkommission des Baselbieter Landrats erfreut fest, dass die Gesundheitskosten rund 20 Millionen Franken unter dem Budget bleiben. Die Kehrseite: Beim kantonseigenen Kantonsspital Baselland (KSBL) werden sich die finanziellen Probleme weiter verschärfen. Wie aus einem Bericht zum Finanz- und Ausgabenplan 2017–2020 hervorgeht, stellt die Kommission einen «massiven Rückgang» der Fallzahlen für das Jahr 2016 fest. Das KSBL bestätigt den Rückgang der Patientenzahlen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe man an allen drei Standorten Liestal, Bruderholz und Laufen 24 226 Fälle fürs Jahr 2016 verzeichnet. Das sind über 2000 Eingriffe oder 8,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig bestätigt die Spitalspitze einen Abbau der Betten, auch wenn sie festhält, dass die Bettenzahl keine aussagekräftige Grösse mehr sei. Diese werde «der Volatilität» angepasst, so die offizielle Begründung.

Die KSBL-Verantwortlichen sind über den Bericht der Finanzkommission insgesamt «irritiert», wie Mediensprecherin Anita Kuoni sagt. Es sei davon auszugehen, dass die Schliessung der Frauenklinik auf dem Bruderholz und die Verlegung ins Bethesda-Spital ausser Acht gelassen worden sei. Alleine dadurch habe das KSBL bis Anfang Dezember zirka 1 800 Fälle weniger verzeichnet und weise de facto einen Rückgang von lediglich knapp 300 Fällen aus. Im Spitalbudget fürs kommende Jahr sei die rückläufige Entwicklung «bereits berücksichtigt», sagt Anita Kuoni.

Finanzkommissions-Präsident Roman Klauser (SVP) macht diese Tendenz Sorgen. «Nun muss man mit der Zusammenlegung der Spitäler in den beiden Basel vorwärtsmachen», sagt er auf Anfrage.

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