Am Vorabend des Nationalfeiertags findet rund um die Mittlere Brücke in Basel traditionell ein Stadtfest mit einem Feuerwerk als Höhepunkt statt. Dieses Jahr beobachtet auch eine illustre Schar das Feuerwerk am Rhein aus einer besonders exklusiven Warte: Der Club de Bâle öffnet an diesem Tag seine Räume im ehemaligen Restaurant Spillmann. «Wir sind voll im Plan und werden die Arbeiten für den Club mit einer Punktlandung abschliessen, sodass am 31. Juli die geplante Eröffnung stattfinden kann», sagt Stararchitekt Christian Lang.

Der exklusive Club will Mitglieder, die sich «durch einen ausserordentlichen Leistungsausweis und hohe Kommunikationsbereitschaft» auszeichnen. Die Club-Mitgliedschaft kostet stolze 12 000 Franken im Jahr. Laut dem Mitglieder-Reglement, das der «Schweiz am Sonntag» vorliegt, berechtigt dieser Beitrag zur Benutzung der Räumlichkeiten des Clubs und zur Begleichung der Gastronomie-Leistungen. Ein Restsaldo auf dem Mitgliedschaftskonto wird nach Ablauf von zwölf Monaten durch den Bezug von Waren wie Wein, Zigarren oder durch andere Gegenleistungen ausgeglichen. Der Club will zudem eigene Anlässe wie Kunstausstellungen, Talk-Runden oder Konzerte organisieren.

Die eigentlichen Clublokalitäten mit Eingang am Rheinsprung umfassen den Empfangs- und Wartebereich sowie die grosse Terrasse über dem Rhein, das Restaurant im Parterre sowie die Lounge mit Bar und Sitzungszimmer im Untergeschoss. Die Räume enthalten schöne Eichenböden und teils bronzefarbene Ledertapeten, die derzeit angebracht werden. Der gesamte Umbau im 1914 erbauten Gebäude ist auf rund 1,8 Millionen Franken veranschlagt. Dazu gehört auch der Einbau eines neuen Zigarrenladens von Davidoff. Dies bestätigt eine Sprecherin von Oettinger Davidoff gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Ein Eröffnungstermin für den Laden steht noch nicht fest. Der Eingang befindet sich am Kopf der Mittleren Brücke. Just neben den Clubräumen richtet Michael Philipp Gasser am Rheinsprung derzeit sein Geschäft «Wein & Design» ein. Weine und Liköre sowie Geschirr und Glaswaren sollen angeboten werden.

An der Adresse des neuen Clubs befindet sich schon lange das Couture-à-porter-Geschäft von Daniela «Danny» Spillmann. Sie ist Vizepräsidentin des Club de Bâle. Sie hat die Idee zusammen mit Matthias Müller («Baloise Session») lanciert, der als Verwaltungsratspräsident fungiert. Im vertraulichen Brief an mögliche Club-Interessenten schreiben Spillmann und Müller, dass sich bereits 120 Mitglieder aus über 30 Branchen als Member eingeschrieben haben. Der Frauenanteil betrage 20 Prozent, die Altersspanne reich von 30 bis 70 Jahren. Diese Zahlen stehen im Widerspruch zu einem Report von «Telebasel». In einer Sendung von Ende April hiess es, dass Basels Prominenz vom neuen Club nichts wissen wolle. So hätten zum Beispiel Ueli Vischer und René Kamm (Messe Schweiz), Pascal Brenneisen (Novartis), Samuel Holzach (UBS), Conradin Cramer (LDP-Politiker), Peter Wyss (Restaurant Schützenhaus) und Bernhard Heusler (FCB-Präsident) eine Absage erteilt. Zugesagt hätten dagegen der Arzt Christoph Holenstein, der Banquier Eric Sarasin, Garagist Stefan Kestenholz und Basel-Tattoo-Chef Erik Julliard.

Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt Spillmann einmal mehr, dass sie nicht zum Elitären neige. Sie sei froh, dass neben Ärzten, Bankern und Anwälten auch KMU-Chefs als Member vertreten seien. Der Club solle «eine Oase mitten in der Stadt sein», wo man sich informell treffen könne. Spillmann ist Mitbesitzerin des Gebäudes. Mit Stephan Häberle leitet ein Verwandter die Club-Geschäftsstelle. Er ist der Sohn von Peter Häberle-Spillmann, der das Restaurant Spillmann über 20 Jahre geleitet hatte. Als Club-Küchenchef wirkt Jean-Claude Wicky, bekannt als Spitzenkoch des Restaurants Stucki und des Grand Hotels «Les Trois Rois» in Basel.

Alles ist bereit. Nach den langen Vorarbeiten freut sich Spillmann auf die Eröffnung des Club de Bâle, der den Zürcher Club zum Rennweg als Vorbild hat und mit diesem eine Partnerschaft eingegangen ist. Bereits im Dezember 2012 hatte die «Schweiz am Sonntag» Spillmanns Pläne erstmals publik gemacht. Mit Folgen: An der Fasnacht 2014 war der Club eines der Hauptsujets der Cliquen. Nun stärkt sich die Couturière in den Ferien in Süditalien, um sich weiter für ihre Idee einzusetzen.

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