Die Höhe ihrer Werbekosten war ein gut gehütetes Geheimnis der öffentlich-rechtlichen Spitäler. «Marginal» sei es in Bezug auf das Gesamtbudget, antwortete das Kantonsspital Baselland (KSBL) auf die entsprechende Anfrage der «bz Basel». Und auch das Universitätsspital Basel (USB) sprach von einem «sehr geringen» Ansatz.

Jetzt liegen die Zahlen vor. Die Basler Regierung hat die entsprechende Interpellation von GLP-Grossrat David Wüest-Rudin beantwortet. Dabei zeigt sich, dass hinter der fast identischen Antwort der beiden Spitäler eine Differenz von bis zu 1,2 Millionen Franken steht. So hat das Unispital im vergangenen und kommenden Jahr je 346 000 Franken für Werbung budgetiert. Im aktuellen Jahr stockte es jedoch den Posten mit 820 000 Franken auf.

Das KSBL hingegen, das für seine klammen Finanzen bekannt ist, rührt grosszügiger an: Es investiert jährlich 1 590 000 Franken in Werbung. Damit positioniert es sich innerhalb aller regionaler Spitäler an zweiter Stelle, was die Höhe der Werbemittel anbelangt. Einzig die private Merian-Iselin-Klinik gibt mit 1,6 Millionen Franken ein wenig mehr aus.


Der beträchtliche Unterschied zwischen den beiden öffentlich-rechtlichen Spitälern dürfte unter anderem mit dem Image des Bruderholzspitals zusammenhängen. Die Diskussionen um dessen Schliessung sowie den geplanten Leistungsabbau im Zuge der Spitalfusion schadet ihm. Gegenüber der «bz Basel» sagte KSBL-Sprecherin Anita Kuoni, dass aufgrund der öffentlichen Debatte die Unsicherheiten bei Patienten und Zuweisern «gross» wurde. Mit einer mehrsprachigen Kampagne wollte das KSBL dagegen ankämpfen. Das Ziel: Die Notfallstation und den Standort als «voll funktionsfähiges Spital» zu verankern. Neben Inseraten, Plakaten, Radio- und Fernsehspots drehte die Spitalgruppe auch «Informationsfilme» und schaltete sie auf Youtube auf.

Der Nutzen der gesamten Marketingstrategie für das Bruderholzspital ist indes fraglich. Nicht nur schreibt der Standort jährlich einen Verlust zwischen 18 und 27 Millionen Franken. Mit der Notfallstation wird exakt jener Teilbereich beworben, der erheblich abgebaut wird. Die 500 Klicks auf Youtube halten dies bestimmt nicht auf.

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