Am schnellsten sind die Babynahrungsmittel ausverkauft. Wenn die Einkaufstouristen aus der Schweiz am Samstagmorgen in Weil am Rhein einfallen, sind die Regale im Rheincenter schon vormittags leergeräumt. Deshalb hat das Einkaufscenter eine Verkaufsobergrenze für Nestlé- und Hipp-Produkte eingeführt. Diese stünden nur «in haushaltsüblichen Mengen» zum Verkauf, wie an den Regalen vermerkt ist. Meist liegt die Grenze bei drei Packungen.

Rheincenter-Leiter Günther Merz sagt, Lieferengpässe von Nestlé und Hipp hätten zu dieser Massnahme gezwungen. «Früher haben sie unbeschränkt geliefert. Wahrscheinlich hat der Engpass mit der erhöhten Nachfrage aus China zu tun.» Nestlé und Hipp bestätigen dies. Hipp-Sprecher Clemens Preysing sagt, der Absatz in Asien führe «in den Ballungszentren» seit 2013 immer wieder zu Lücken. In Deutschland sei ihm derzeit nur das Rheincenter bekannt, das eine Verkaufslimite für Babynahrungsmittel habe. Philippe Oertlé, Medienchef bei Nestlé Schweiz, hat keine Kenntnis von den Regeln in Weil am Rhein. Er könne nur sagen, dass dies «in der Schweiz kein Thema ist». Stattdessen spielt er den Ball zurück. Eine Limite sei «wenn schon eine Entscheidung des Händlers».

Günther Merz sagt, es bleibe ihm keine andere Wahl. «Wenn sie mit Produzieren nicht nachkommen, dann hat das wahrscheinlich damit zu tun, dass sie zu wenig Produktionsstätten haben.» Bis diese errichtet sind, könne es wohl «noch Jahre» gehen.

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