Alexis Hubshman, Kopf und Seele der Kunstmesse Scope, hatte sich in Begeisterung geredet. Mögliche Investoren aus Übersee liess er einfliegen, um ihnen ein Engagement am Rheinufer schmackhaft zu machen. Gesucht waren gut eine Million Franken zur Finanzierung einer fünfjährigen Zwischennutzung am Rhein. Ein «Cultural Engineering Enterprise» war angesagt, ein kulturell unterlegtes Aufwertungsprojekt. Eingeschlagen hat keiner der «philantropic investors», die Hubshman anfragte. Zu komplex schien die lokale politische Situation, zu kurzfristig das Engagement.

Hubshman liess sich aber nicht entmutigen. Noch vor zwei Wochen schwärmte er im Interview mit dem amerikanischen Magazin «Forbes», eine Bank werde eine Million Dollar in das Basler Stadtentwicklungsprojekt investieren, je eine Viertelmillion Dollar würden zudem seine eigene Hubshman Factors sowie die Stadt Basel aufwerfen. Auch daraus wurde nichts. Der Bank fehlt es schlicht an genügend Sicherheiten.

Diese Woche hat der Verein Shiftmode, der vom Staat beauftragte Zwischennutzer, dennoch eine Baueingabe für vier grosse Holzpavillons eingereicht – ohne gesicherte Finanzierung. BACH nennt sich das Projekt, was so viel heisst wie «Basel Art an Cultural Halls». Mit Kunst allein lassen sich die Hallen allerdings weder vorwegfinanzieren, geschweige denn innerhalb weniger Jahre amortisieren. Was fehlt, um die Übung nicht abbrechen zu müssen, ist ein zweiter grosser Ankermieter.

Naheliegend wäre ein Aussteller der Baselworld, der während der Uhren- und Schmuckmesse das Rheinbord zu seinem speziellen VIP- und Partyort aufrüstet. Auf Anfrage relativiert Baselworld zwar eine solche Nachfrage. Doch dass grundsätzlich Kapital und Interesse vorhanden ist, zeigt Breitling: Die Grenchner Uhrenmanufaktur mietet für kommende Messe eine Lagerhalle beim Hafenbecken 1 und baut diese für knapp eine halbe Million Franken zum temporären Partytempel aus.

Für eine Lösung wird jedoch nicht nur die Zeit knapp, für Shiftmode wäre ein Baselworld-Partner auch politisch heikel: Schon jetzt kritisieren links- und kulturaktivistische Kreise, die Zwischennutzer würden sich dem Kommerz verkaufen. Die Alternative, wie sie sich derzeit präsentiert, ist allerdings bescheiden. Shiftmode-Initiant Tom Brunner sagt: «Wenn BACH nicht gebaut werden kann, werden wir nächstes Jahr zehn bis zwölf Projekte realisieren.» Dafür stehen dann 12 500 Quadratmeter Brache bereit.

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