Mit einem Rücktritt von Mirjam Ballmer als Co-Präsidentin hat man bei den Basler Grünen nicht gerechnet. Den Vorstand informierte sie wenige Tage, bevor sie ihren Entscheid gestern in der «bz Basel» bekannt gab. Zuvor setzte die Partei in ihrer Personalplanung alle Hoffnungen in die Naturschützerin, die vor einer Woche ihren 33. Geburtstag feierte und nun nach dem verpassten Sprung in den Nationalrat zu ihrem Partner nach Fribourg zieht.

Fest steht erst, dass Co-Präsidentin Elisabeth Ackermann weitermachen will. Das Co-Präsidium habe sich bewährt: «Ich kann mir vorstellen, das Amt mit einem neuen Co-Präsidenten weiterzuführen.» Intern habe sie aber noch keine Gespräche geführt. «Es ist alles noch in der Schwebe», sagt sie. Eine Umfrage unter Parteiexponenten zeigt, dass die Grünen an einer Doppelspitze festhalten wollen. Aus der Grossratsfraktion kommt als Nachfolger für Ballmer vor allem Thomas Grossenbacher infrage, der als IT-Chef für das Erziehungsdepartement arbeitet.

Ein Co-Präsidium habe mehr Vor- als Nachteile, sagt Grossenbacher. Ob er sich dafür zur Verfügung stelle, sei ein schwieriger Entscheid: «Ich bin beruflich und politisch schon ausreichend ausgelastet. Ich sehe mich deshalb nicht als Spitzenkandidaten. Wir haben in der Partei genügend andere Optionen.» Dabei denkt er vor allem an Vize-Präsident Harald Friedl, der ebenfalls für den Kanton arbeitet. Der Chemiker ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der ABC-Vorsorge des Kantonslabors tätig. Auch dieser übt sich auf die Frage, ob er Co-Präsident werden wolle, in Zurückhaltung: «Ich schliesse es nicht aus, muss mir das zuerst aber durch den Kopf gehen lassen.»

Eine klare Antwort hat einzig Grossrat Michael Wüthrich: «Nein.» Mit seiner Arbeitsbelastung wäre ihm das Amt zu viel, sagt er. Hingegen kann sich der Gymnasiallehrer vorstellen, den Job zu wechseln. Er bekräftigt auf Anfrage sein Interesse, Regierungsrat zu werden. Dieser Posten könnte im Herbst freiwerden: In der Partei rechnet man damit, dass Regierungspräsident Guy Morin Anfang Jahr bekannt geben wird, ob er bei den Wahlen nochmals antritt. Auch für dieses Amt wurde bisher oft Mirjam Ballmers Name genannt.

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