Seit dem 16. November 2015 sind die ersten beiden Stunden im Parkhaus Elisabethen an der Heuwaage gratis. Die Aktion der Basler Regierung soll das Gewerbe in Zeiten der Euroschwäche unterstützen und ist auf ein halbes Jahr befristet. Nach knapp drei Wochen zieht Barbara Neidhart, Sprecherin der Immobilien Basel-Stadt (IBS), eine Zwischenbilanz: «Eine erste Auswertung hat keine deutlich höhere Belegung ergeben als zu dieser Zeit üblich.» Die derzeit höhere Belegung sei wegen des Weihnachtsgeschäfts normal und auch bei anderen öffentlichen Parkhäusern der Stadt feststellbar. Rund 75 Prozent der Fahrer, so Neidhart weiter, würden weniger als zwei Stunden und somit gänzlich gratis parkieren. «Auch das ist keine Überraschung. Das Elisabethen ist ein Kurzzeitparkhaus.» Wie die «Schweiz am Sonntag» bereits berichtet hat, wird die Aktion IBS rund 750 000 Franken Mindereinnahmen bescheren.

Bei der Gruppe «Positives Basel», die die Aktion initiiert und mit Regierungsrätin Eva Herzog und IBS ausgehandelt hatte, macht sich bereits eine verhaltene Ernüchterung breit. Deren Sprecher Andi Schwarz sagt: «Bis dato ist der grosse Run ausgeblieben. Aber vielleicht braucht es einfach noch ein wenig Zeit, bis die Leute von der Aktion des gratis Parkierens erfahren und diese dann auch nutzen.»

Dabei hat der Verein Pro Innerstadt in den vergangenen Wochen kräftig die Werbetrommel für die Aktion gerührt. In verschiedenen Zeitungen, Online-Portalen und Magazinen, bei Telebasel und Radio Basilisk sowie auf Plakaten vorwiegend in der Agglomeration wird das Gratis-Parkieren mit dem Slogan «Herzlich willkommen in der Shopping-City Basel» beworben. Geschäftsführer Mathias F. Böhm sagt, dass die Kampagne bis vor der Fasnacht im Februar laufe. Danach plane man weiter. «Es ist eine unserer grössten Kampagnen der vergangenen Jahre.»

Böhm teilt die Auffassung nicht, dass die Aktion bei den Menschen in der Region noch nicht angekommen sei. «Ich finde, wir sind mit dieser Kampagne extrem präsent. Es geht vorgängig auch nicht um die Belegung des Parkhauses, sondern darum, dass die Kunden der Geschäfte unserer Stadt merken, wie wichtig sie sind, und dass man ihren Besuch in der Basler City schätzt.»

Wie viel Pro Innerstadt in die Kampagne investiert hat, will Böhm nicht sagen. Basel-Stadt habe sich an den Werbekosten nicht beteiligt. Was auch nicht weiter verwundert, wenn man an die Mindereinnahmen denkt.

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