Roger Brennwald (68), Chef des Basler Tennisturniers Swiss Indoors, hält gerne die Kontrolle. Unwägbarkeiten und Unsicherheiten sind nicht seine Sache. Deshalb will er möglichst genau wissen, ob der Terminplan gelingt und die erneuerte St. Jakobshalle im Jahr 2017 in Betrieb genommen werden kann. Brennwald sagt, er habe zwar Vertrauen in die Verantwortlichen der Basler Verwaltung. Doch er ist verunsichert: Von den Behörden habe er «seit einem halben Jahr nichts mehr gehört».

Wenn das Siegerprojekt «Giovanni» der beiden Architekturbüros Berrel Berrel Kräutler sowie Degelo von Regierung und Parlament abgesegnet und realisiert ist, hat dies für die Swiss Indoors positive Folgen. Die jährlichen Kosten der grössten Sportveranstaltung der Schweiz für die Umwandlung der Halle betragen laut Brennwald rund 3,5 Millionen Franken. Mit der Sanierung könnte diese Summe «bestenfalls» um eine Million Franken gesenkt werden. Ein grosser Betrag wäre schon allein dadurch einzusparen, wenn für das Tennisturnier nicht mehr überall neue Teppiche verlegt und keine Kabel mehr zum Beispiel für ein Medienzentrum gezogen werden müssten, sagt Brennwald.

Brennwald ist ungeduldig, da er die Finanzplanung für die kommenden Turniere vornehmen möchte. Solange jedoch unsicher sei, wann die sanierte Halle in Betrieb genommen wird, könnten diese Einsparungen nicht eingeplant werden.

Das Baudepartement sieht vor, die Arbeiten im September 2017 abzuschliessen. St. Jakobshalle-Geschäftsführer Thomas Kastl hat «berechtigte Hoffnung», dass der Termin eingehalten werden könne. Derzeit laufe die Planung überall «im grünen Bereich». Bau- und Verkehrsdepartement-Sprecher Marc Keller sagt: «Bei störungsfreiem Ablauf mit Kredit- und Baugenehmigung und Vergabe der Bauleistungen ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2017 möglich – das wird als Ziel angestrebt.» Allerdings muss das Parlament erst noch über das Projekt entscheiden. Als dieses über das Vorprojekt befand, war die Rede von Kosten von rund 90 Millionen Franken. Nun liegt die Spanne bei 100 bis 120 Millionen.

Immerhin soll auch der Nutzen ein höherer sein: Dank neuer Planung der Fluchtwege dürfen sich mehr Personen in der Halle aufhalten. Das hat zur Folge, dass die maximale Besucherzahl an Konzerten erhöht werden kann; bislang hatte die Halle eine Kapazität für 9000, neu liegt sie bei 12 000 Besuchern. Dies bestätigt Berrel gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Dank dieser Erweiterung hat Basel künftig im Konkurrenzkampf mit dem Zürcher Hallenstadion bessere Karten. In der Zürcher Halle, die 2004/2005 für 145 Millionen Franken umgebaut wurde, liegt die maximale Kapazität bei 13 000 Besuchern.

Die Sanierungsarbeiten sollen im April 2015 beginnen. Voraussetzung ist, dass 2014 das Bauprojekt erarbeitet, das Baugesuch eingereicht und die Werkleistungen ausgeschrieben werden. «Die Arbeiten werden kontinuierlich ausgeführt und für einzelne Events punktuell unterbrochen», sagt Keller. Dadurch ist die Durchführung der Swiss Indoors, des CSI Basel-Reitturniers oder etwa auch der Generalversammlung von Novartis in den Zeiten des Umbaus gesichert. Derzeit werde der St. Jakobshalle-Ratschlag erarbeitet und «voraussichtlich im zweiten Quartal 2014 dem Regierungsrat vorgelegt und, wenn gutgeheissen, an den Grossen Rat überwiesen», sagt Keller.

Die Architekturbüros stehen unter Hochdruck. «Wenn nötig arbeiten wir auch an den Wochenenden», sagt Jürg Berrel. Neben den beiden Büros seien über vierzig Fachplaner im Einsatz. Da die St. Jakobshalle auf Boden von Münchenstein steht, sind auch die Gemeinde und der Kanton Baselland involviert.

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