Die Schlagzeile geht um die Welt: Das Emirat Katar habe für rekordhohe 300 Millionen Dollar das Gemälde «Nafea» des französischen Impressionisten Paul Gauguin gekauft. Verkäufer ist der Familientrust des Baslers Rudolf Staechelin. Nur: Weder für den Preis noch für den Käufer gibt es eine Bestätigung.

Der New Yorker Josh Baer war wohl der Erste, der die Meldung in seinem Kunst-Newsletter «The Bear Faxt» publizierte. Für die «New York Times», die den Deal weltweit publik machte, war er eine der Hauptquellen. Die Zeitung zitiert weitere ungenannt bleibende Händler, die vom konkreten Kaufpreis und der Destination Katar wissen wollen. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» meint Bear allerdings, er habe Hinweise, dass das Bild nicht nach Katar, sondern in ein anderes Land des Mittleren Ostens verkauft worden sei.

In Basel hat Staechelin selbst die Initiative übernommen und die «Basler Zeitung» direkt über den Verkauf der «Nafea» informiert, die über Jahrzehnte im Basler Kunstmuseum als Depositum zu sehen war. Staechelin nutzte die Aufregung um den Verkauf des einen Bildes, um die für Basel insgesamt weitreichendere Botschaft zu deponieren: Die gesamte Sammlung Staechelin wird voraussichtlich nicht mehr in das Kunstmuseum zurückkehren.

Diesem Abzug ist ein Hickhack zwischen Staechelin und den staatlichen Behörden vorangegangen. Staechelin wollte, dass der Kanton den Leihvertrag kündet, weil das Museum während der Sanierung geschlossen bleibt. Der Basler Kulturbeauftragte Pillippe Bischof bestätigt, dass der Kanton dazu ein Gutachten einholt habe. Demnach sei die temporäre Schliessung kein Grund, den Leihvertrag aufzulösen. Daraufhin habe Staechelin den Vertrag selbst gekündet.

Die Kündigung des Leihvertrags war keine Bedingung für den Verkauf der «Nafea», jedoch die Grundlage, um die Staechelin-Bilder nicht mehr ins Kunstmuseum bringen zu müssen, wenn es samt Erweiterung neu eröffnet wird.

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