Als Andrea Bignasca, Direktor des Basler Antikenmuseums, im Sommer 2014 die Ausstellung «Roma Eterna» eröffnete, gab er mit gehörigem Pathos seiner Hoffnung Ausdruck, dass hier «der Anstoss zu einer andauernden Zusammenarbeit» gegeben werde. Was die «Tageswoche» aus der Vernissage protokollierte, scheint mittlerweile realisiert, allerdings anders als wohl gedacht.

Schon Ende 2014 gründete die Schmuck- und Juwelierfamilie Buccellati die Fondazione di Studi dell’Arte orafa e dei suoi Protagonisti (Stiftung für Studien der Goldschmiedekunst und ihrer Protagonisten). Nun folgt von der gleicher Familie die Accademia Internazionale di Archeologia (Internationale Akademie für Archäologie). In «Roma Eterna» wurden antike Stücke der Sammlungen Santarelli und Zeri gezeigt. Mitorganisiert hatte die Show das Unternehmen Swiss Luxury Culture Management SA (SLCM), das zum Firmenkonglomerat der Mailänder Familie Buccellati gehört. Das Antikenmuseum blieb der kommerziellen Firma so verbunden, dass es gemäss Handelsregister bis Ende 2016 sowohl der SLCM wie der wiederum dort eingemieteten Stiftung für Goldschmiedkunst als Domizilsort diente.

Das Zusammenspiel ist umso verwirrlicher, weil zwischen Stiftung und Museum kein inhaltlicher Zusammenhang besteht und sich die Stiftung zudem gemäss Webauftritt «Gianmaria and Rosa Maria Buccellati Foundation» nennt. Die angegebene Telefonnummer gehört weiter zum Fundus des Antikenmuseums, die Domiziladresse wurde mittlerweile um einige Häuser in die Kanzlei der Vischer Anwälte verschoben. Dort ist nun auch die Academia Internazionale die Archeologia angemeldet. Diese Gründung geht auf Giorgio Buccellati zurück, der sich vom Schmuckgeschäft der Familie abgewendet und sich in den USA einen Namen als Archäologe gemacht hat.

Das Erbe der Buccellatis
Dass in Basel derzeit Buccellati-Gründungen erfolgen, hat nicht nur damit zu tun, dass die Stadt ein kulturelles Zentrum sei, wie Sprecherin Lidia Carrion schwärmt. Vielmehr verfügt die Familie Buccellati derzeit über ziemlich viel flüssige Mittel. Bereits 2013 verkaufte die Familie zwei Drittel der Firma der Finanzinvestorin Clessidra. Zwei Jahre später verstarb Firmenpatron Gianmaria Buccellati, 86-jährig. Kurz vor Weihnachten schliesslich übernahm mit der Gangtai Group aus Schanghai einer der weltweit grössten Gold- und Juwelen-Händler 85 Prozent des Juwelierkonzerns. Die Buccellatis halten nun noch weniger als zehn Prozent am Unternehmen.

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