Monica Gschwind, die Baselbieter Bildungsdirektorin, hat Zeit. Auf die Frage, nach welchem zeitlichen Fahrplan die Trägerkantone, den Auftrag und die Finanzierung der Universität Basel für die Jahre 2018 bis 2021 aushandeln wollen, erklärt sie gegenüber der «bz Basel»: «Idealerweise sollte spätestens bis Ende des Jahres 2017 Einigkeit bezüglich des inhaltlichen und finanziellen Rahmens bestehen.»

Ein Abweichen vom Idealfall ist für Gschwind kein Schreckensszenario. Auf die Nachfrage dieser Zeitung, was geschieht, wenn bis Ende Jahr keine Leitungsvereinbarung vorliegt, verweist sie lapidar auf Paragraf 33, Absatz 5 des Staatsvertrags mit Basel-Stadt. Dieser besagt, dass die Kantone bis zum Abschluss der Verhandlungen den Jahresbetrag des Vorjahres aufzubringen hätten.

Die Geduld von Gschwind findet nicht ungeteilte Zustimmung. Als Vermittler versucht sich der Förderverein der Universität Basel in Position zu bringen. Der 1993 gegründete Verein zählt rund 550 Mitglieder. Im Vorstand, der von Jean-Luc Nordmann präsidiert wird, dominieren die Baselbieter, einziges prominentes Stadtbasler Mitglied ist die ex-GLP- und neu FDP-Grossrätin Martina Bernasconi.

Nordmann, FDP-Mitglied und pensionierter Direktor des Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), plädiert nun im Gespräch mit der «Schweiz am Sonntag» für einen weiten Blick. Er ruft in Erinnerung, dass Basel-Stadt in den ersten beiden Jahren der neuen Leistungsperiode Baselland bereits mit je zwanzig Millionen Franken entlaste. Dies als zweite Hälfte der im Oktober 2015 vereinbarten nachbarschaftlichen Finanzhilfe über insgesamt achtzig Millionen Franken. Damit werde die Baselbieter Sparvorgabe schon weitgehend erfüllt. Folglich gehe es nur noch darum, Entlastungen für die zweite Hälfte der anstehenden Leistungsperiode zu definieren.

Finanzausgleich des Bundes
Der Schlüssel zur Einigung liegt für Nordmann in einer Klausel, die in der Leistungsvereinbarung 2022 bis 2025 zur Anwendung kommen könnte: Eine unterschiedliche Finanzierung der Universität je nach aktueller Finanzkraft der Trägerkantone. Zahlen heute gemäss Staatsvertrag beide Kantone je die Hälfte des Defizits, so biete sich beispielsweise ein Spektrum zwischen vierzig und sechzig Prozent an. Als Basis zur Berechnung schlägt Nordmann als mögliche Variante den Finanzausgleich des Bundes vor. Solange Basel-Stadt wirtschaftlich stärker aufgestellt ist als Baselland, läge die Last stärker beim Stadtkanton. Als die gemeinsame Trägerschaft geschaffen wurde, war die Situation umgekehrt. Eine solche Konstellation könnte wieder eintreten, meint Nordmann.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper.