Die Fasnächtler lassen bei ihren Vorbereitungen auf die drey scheenschte Dääg nichts ausser Acht. Dennoch wurden sie in diesem Jahr auf dem falschen Fuss erwischt. Als sie am Sonntag vor der Fasnacht Zeedelbündel, Stäggeladäärne, Bier, Wurst und Weisswein in die Cliquenkeller liefern wollten, wurden sie mit dem neuen Basler Verkehrsregime konfrontiert. Die Behörden blieben hart: Auch Fasnächtler bräuchten Zufahrtsbewilligungen für die verkehrsfreie Innenstadt.

Die Polizei sah sich für die strenge Auslegung mit dem Volkszorn konfrontiert. Den will sie bei der nächsten Fasnacht verhindern. Für eine fasnachtsgerechte Umsetzung des Verkehrsregimes traf sie sich mehrmals mit dem Fasnachtscomité. Das Verhandlungsergebnis findet sich nun im unscheinbaren Paragrafen 9 der «Polizeivorschriften während der Fasnacht», welche diese Woche im Kantonsblatt publiziert wurden. Neu braucht es in den 52 Stunden vor dem Morgestraich keine Bewilligung mehr, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Und damit die Fasnächtler nach dem Schlussstreich die Cliquenkeller ausräumen können, dürfen sie neu auch bis Freitagmorgen um 11 Uhr in der Sperrzone vorfahren. Zudem wird von einer Zufahrtsbewilligung für jene Wäägeler abgesehen, die am Sonntag zur traditionellen Wagentaufe in die Innenstadt fahren. Ebenfalls kein Thema mehr sind die Allmend-Bewilligungen, die im vergangenen Jahr unter den Wäägelern für grosse Empörung gesorgt hatten.

Nach dem Durchbruch in den Verhandlungen mit der Basler Polizei verspürt Bruno Kern vom Fasnachtscomité «grosse Erleichterung». Die Praxis, wonach es für jeden Güterumschlag vor und nach der Fasnacht eine Bewilligung gebraucht habe, sei für die Cliquen «äusserst mühsam» gewesen. Und nicht ganz billig: Jede Bewilligung der Motorfahrzeugkontrolle kostet zwanzig Franken. Kern hofft nun, dass die Fasnächtler die grosszügige Auslegung der Verkehrsordnung während der drey scheenschte Dääg nicht missbrauchten. Denn eines könnten sie nicht brauchen: «Dass die Polizei 2017 auf diesen Entscheid zurückkommt.»

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