Der FC Basel ärgert sich: «Wir distanzieren uns in aller Form von Ticketverkäufen über externe Plattformen», sagt FCB-Sprecherin Andrea Roth und warnt, es gebe immer wieder Käufer mit ungültigen Tickets. «Diesen können wir dann nicht weiterhelfen, wenn sie ihre Karten nicht regulär erworben haben», sagt Roth. Händlern droht der FCB in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit Stadionverbot oder Konventionalstrafen.

Georg Stein (Name geändert) lässt sich davon nicht abschrecken: «Viagogo gibt meine Daten nicht weiter.» Er kaufe jeweils mehrere Tickets. Eines für sich und einen Freund und die anderen verkaufe er mit Gewinn weiter. Ein schlechtes Gewissen habe er nicht. «Echte Fans» mit Jahreskarte könnten ohnehin Tickets mit Vorverkaufsrecht beziehen.

Bei Viagogo handelt es sich um die weltweit grösste Ticketbörse. Ihren Hauptsitz hat sie in Genf. Mehrere hundert Millionen Tickets werden vermittelt. Bei jeder Transaktion kassiert die Firma zehn Prozent vom Verkäufer sowie 15 Prozent vom Käufer. In der Schweiz ist dieser Handel legal. Dennoch wurde auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Viagogo aufmerksam. Alleine in den letzten zwölf Monaten gingen beim Seco rund zehn Beanstandungen ein. Seit zwei Jahren steht das Seco in Verhandlungen mit dem Tickethändler: «Diversen Forderungen nach mehr Transparenz wurde von Viagogo teilweise entsprochen», sagt Seco-Sprecherin Antje Baertschi. Abgeschlossen seien die Verhandlungen aber nicht.

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