Der Verein Trendsport Basel kann aufatmen. Vorerst zumindest. Die IWB, die auf ihrem Gelände in den Langen Erlen ein neues Pumpwerk baut, hat dem Verein eine Gnadenfrist gewährt. Bis Ende Jahr darf er seine Sporthalle im alten Pumpwerk noch betreiben. Dann wird die Abrissbirne anrollen und eine weitere Nutzung «definitiv nicht mehr möglich» sein, wie IWB-Sprecher Erik Rummer sagt.

Nach zwölf guten Jahren drohen drei magere anzubrechen. Im geplanten «Stadtterminal» in der Erlenmatte ist zwar eine feste Bleibe für die Skater, BMXler und Kletterer vorgesehen, doch die neue Halle wird nicht vor 2018 bezugsbereit sein. Wie die Zwischenzeit überbrückt werden kann, darüber zermartern sich die Aktivisten seit längerer Zeit die Gehirne.

Das bisher wahrscheinlichste Szenario sah vor, dass Trendsport Basel eine der vier Hallen im geplanten «Holzpark Klybeck» auf dem ehemaligen Migrol-Areal im Hafen mietet. Dieses Szenario wurde jedoch kürzlich ad acta gelegt. Als Grund nennt der Verein «fehlende Planungssicherheit». Seit die Wohngenossenschaft Klybeck Einsprache gegen das Holzpark-Projekt eingereicht und angekündigt hat, gegebenenfalls mit Beschwerden bis vor Bundesgericht zu gelangen, ist der Planungsprozess blockiert.

Dem Verein Shiftmode, Initiant des Holzpark-Projekts, rennt die Zeit davon. Je länger die Situation unklar bleibe, desto schwieriger sei es, die potenziellen Mieter der Holzhallen bei Stange zu halten. Das Junge Theater Basel beispielsweise, das im Herbst eine der Hallen bespielen wollte, habe sich bereits anderweitig arrangieren müssen, sagt Shiftmode-Sprecherin Katja Reichenstein entnervt: «Seit zwölf Monaten sind wir bereits in diesem Schwebezustand. Das geht extrem an die Substanz. Emotional und auch finanziell.» Irgendwann reiche es nicht mehr zum Leben, wenn der Hallenbau blockiert bleibe.

Der Absprung von Trendsport betrachtet Reichenstein nicht als Untergang für das Holzpark-Projekt, ausserhalb der geplanten Hallen gäbe es viele andere, kleinere Projekte. Doch ein Dämpfer sei die Absage schon, die Mieteinnahmen hätten zumindest einen Teil der Kosten gedeckt. Nun prüft Shiftmode Varianten mit drei, zwei oder gar nur einer Holzhalle.

Des einen Leid ist des anderen Freud. Seit das ehemalige Migrol-Areal für Trendsport nicht mehr infrage kommt, ist plötzlich ein Standort wieder im Gespräch, der vor einem Jahr bereits diskutiert, dann aber wegen des guten Angebots von Shiftmode verworfen wurde: das ehemalige Esso-Areal, ebenfalls im Hafen, verwaltet vom Zwischennutzungsverein I_Land.

Auf dem Ex-Esso-Areal liegt derzeit eine fast fussballfeldgrosse Teerfläche brach und wird nur vereinzelt für temporäre Projekte zur Verfügung gestellt. I_Land würde das Land gern an Trendsport vermieten, dessen Halle dann fast die gesamte Fläche bedeckte, sagt Sprecher Fabian Müller: «Ein langfristiger Mieter gäbe finanzielle Sicherheit.» Und auch persönlich versteht man sich gut. Oli Bürgin, Präsident von Trendsport, ist auch die treibende Kraft hinter der 2013 im Hafen eröffneten Skateanlage Portland, die ebenfalls zu I_Land gehört.

Der Haken an der geplanten Kooperation: Eine bereits gebaute Halle fände Trendsport auf dem ehemaligen Esso-Areal nicht vor, der Verein müsste selbst Hand anlegen. Im Gegenzug wäre der Mietzins geringer, was Trendsport sehr entgegenkommen dürfte. Schliesslich weiss der Verein noch nicht, wie er die Zwischennutzung bis 2018 finanzieren soll. Trendsport-Leiterin Karin Bleile bestätigt das, zeigt sich aber zuversichtlich, dass bald eine Finanzspritze kommen wird. Auf Details will sie nicht eingehen, schliesslich stecke man mitten in Verhandlungen mit I_Land und dem Präsidialdepartement.

Der stellvertretende Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung Roland Frank äussert sich dem Projekt gegenüber positiv. Es handle sich um ein beliebtes Sportangebot, das im Quartier bestimmt beliebt sein werde. Kritische Anwohner wie beim Ex-Migrol-Areal, die den Prozess blockieren könnten, gebe es bei der ehemaligen Esso nicht.

Die Sympathie des Kantons für das Projekt ist auch ein gutes Zeichen für die Bewältigung der letzten Hürde: I_Lands Mietvertrag für die Hafenbrache läuft aus; die nächsten drei Jahre sind vertraglich noch nicht gesichert. I_Land-Sprecher Fabian Müller glaubt jedoch, dass das «reine Formsache» sei.

Wenn alles so reibungslos verläuft, wie sich die Verantwortlichen das vorstellen, dürfte der Bau der Halle im Hafen bald auch nur noch Formsache sein.

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