Gigi Oeri, Patricia Boser und Francine Jordi: Sie alle setzen sich für verwaiste Hunde ein. Nun hat auch Trudie Götz eine Stiftung für Tiere gegründet: Die Trudie-Götz-Stiftung für Tiere und Kinder in Not. In dieser Reihenfolge. Die Besitzerin der Luxus-Boutique Trois Pommes hat dafür aus ihrem Geschäft und Privatvermögen 100 000 Franken aufgewendet. Damit will die Baslerin im französischen Baume-les-Dames, neunzig Minuten von ihrer Heimatstadt entfernt, eine Auffangstation einrichten. Dort sollen Hunde in Not untergebracht, medizinisch versorgt, gepflegt und betreut werden, wie Götz der «Schweiz am Sonntag» erzählt. Zudem möchte sie auch in der Schweiz wohnhafte Kinder finanziell unterstützen, die wegen «Krankheit, Invalidität, Armut, Herkunft oder Familienkonstellation» bedürftig seien. Wie diese «individuelle Unterstützung der Kinder» genau aussieht, ist noch nicht ganz klar. Zum aktuellen Zeitpunkt sei jedenfalls kein Heim für Kinder geplant, sagt Götz.

Im Zentrum stehen derzeit die Hunde. Das Projekt von Götz erinnert an das Hundeheim, das die Basler Roche-Erbin und ehemalige FCB-Präsidentin Gigi Oeri 2012 in Ibiza aufbaute. Doch Götz will nicht einfach nachziehen, im Gegenteil: Sie trage die Idee schon lange mit sich herum. «Wenn man auf der Sonnenseite steht, möchte man auch gerne etwas zurückgeben», sagt Götz. Die 72-Jährige betreibt mehrere Dutzend Modeläden in Basel, Zürich, St. Moritz und Gstaad mit 120 Mitarbeitern und vertritt renommierte Label wie Jil Sander, Prada, Miu Miu und Tom Ford. Die «Bilanz» schätzt den Umsatz des Götz-Imperiums auf 80 bis 100 Millionen Franken. Gesicherte Zahlen gibt es keine. Über solche Themen spricht Götz nicht. Dem «Magazin» sagte Götz einst, dies seien «erstens uninteressante Fragen» und ginge «zweitens niemanden etwas an». Götz gilt als medienscheu und auch gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt sie, sie wolle ihre karitative Tätigkeit «nicht an die grosse Glocke hängen».

Der Erfolg wurde der Baslerin nicht in die Wiege gelegt. Götz wuchs in einfachen Verhältnissen als zweitjüngstes von sechs Kindern eines Schlossers auf. Sie war sieben, als ihre Mutter starb. So lernte sie früh, sich durchzusetzen. Ihre ersten Erfahrungen im Verkauf machte Götz bei Globus. Mit 31 eröffnete sie in Liestal die erste «Trois Pommes»-Filiale. Einkaufen konnte nur, wer ein «Appointment» hatte. Sie nahm sich für jede Kundin Zeit und sorgte für ein spezielles Einkauferlebnis. Schon bald eröffnete Götz in Basel eine zweite Filiale und expandierte schliesslich nach Zürich in die Storchengasse, nahe der Bahnhofstrasse. Da besitzt sie mittlerweile so viele Läden, dass die NZZ das Gässchen kurzerhand in «Trudie-Götz-Gasse» unbenannte.

Die erfolgreiche Unternehmerin ist auch heute stets unterwegs, besucht ihre Filialen und pflegt Kontakte in die Welt der Schönen und Reichen. Sie ist unter anderem mit Miuccia Prada und Tina Turner befreundet. Letztere ist ihre Nachbarin in Erlenbach an der Zürcher Goldküste. Als 2013 die amerikanische Milliardärin Oprah Winfrey zu Turners Hochzeit nach Zürich kam, wollte sie im «Trois Pommes» eine Handtasche kaufen. Dabei löste Winfrey einen Medienskandal aus.

Sie erzählte, die Verkäuferin hätte sich geweigert, ihr eine Tasche für 35 000 Franken zu zeigen, weil diese für sie «zu teuer» sei. Im Zuge der «Täschligate»-Affäre stand Götz von verschiedenen Seiten unter Beschuss. Tierschützer nutzten den Hype und kritisierten, sie würde Taschen mit Tierleder verkaufen.

Götz lässt Die Frage der «Schweiz am Sonntag» unbeantwortet, ob sie dies, da sie nun eine Stiftung für Tiere in Not gegründet und damit ein Herz für Tiere gezeigt hat, besonders verletzt habe. Vermutlich fand sie, dass diese Frage erstens uninteressant sei und zweitens niemanden etwas angehe.

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