Ob Zufall oder nicht: Anfang Woche veröffentlicht die Baselbieter Regierung Richtlinien, wie sie ihre Beteiligungen zu führen gedenkt. Ende Woche erscheint ein Stelleninserat der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), in dem nach Mitgliedern für den Bankrat gesucht wird. Das eine hat unmittelbare Folgen für das andere: Werden die neuen Richtlinien strikt umgesetzt, so müssen sich acht von zehn Bankräten von ihren lukrativen Ämtern verabschieden.

Die postulierte Amtszeitguillotine von 16 Jahren gefährdet etwa die Wiederwahl der Präsidentin Elisabeth Schirmer. Da sie seit dem Jahr 2000 im obersten Führungsgremium sitzt, müsste sie entweder nach einem Jahr demissionieren oder in der noch ausstehenden Eignerstrategie des Kantons explizit für die gesamte Dauer gewählt werden.

Nach sauberer Corporate Governance müsste sich auch Finanzdirektor Anton Lauber (CVP) aus dem Verwaltungsrat abmelden. Doch auch ihm stehen Hintertürchen offen. Gegenüber der «bz» hat er seinen Entscheid noch offen gelassen. Konkret wird allerdings ein konkretes Szenario gemunkelt: Lauber werde Schirmer abservieren, einen eigenen Verwaltungsratspräsidenten installieren und selbst aus dem Gremium austreten.

Abgänge wird es sicher geben. So werden weder der Bankfachmann Wilhelm Hansen noch Ständerat Claude Janiak (SP) wieder antreten. Auch die weiteren SP-Vertreter hangeln am Ablaufdatum: Hans-Ulrich Schudel, seit 1998 im Amt, hat es bereits weit überschritten, Doris Greiner, seit 2002 dabei, könnte ohne Spezialbehandlung keine ganze Legislatur mehr im Gremium verbleiben. Gleiches gilt für Daniel Schenk, der wie Schirmer ursprünglich als FDP-Vertreter in den Bankrat gewählt worden ist.

Von der Amtszeitbeschränkung nicht betroffen sind Frenk Mutschlechner, der den Grünen zugerechnet wird, sowie die SVP-Vertreter Dieter Völlmin und Andreas Spindler. Während Mutschlechner als Finanzspezialist unbestritten das Format mitbringt und Völlmin seine Erfahrung in die Waagschale werfen kann, gilt die Qualifikation von Spindler als nicht gegeben. Doch ausgerechnet Spindler hält sich nicht an den Maulkorb, den sich die Bankräte selbst verordnet haben, und erklärt auf Anfrage offen, dass ihm das Amt Freude mache und er es gerne weiter ausübe.

Wie der neue Bankrat ab dem 1. Juli 2015 zusammengesetzt sein wird, ist derzeit völlig offen. Selbst die Bisherigen haben beim Zürcher Headhunter Guido Schilling ein Bewerbungsdossier einzureichen. Darin müssen sie nicht nur einen «tadellosen Leumund» ausweisen, sondern auch einen Nachweis ihrer Berufspraxis im Finanzbereich erbringen. Darüber, dass die Qualität im Gesamtgremium stimmt, wird auch die Finanzmarktaufsicht wachen. Der Mix, der in dieser Gemengelage von Interessen am Schluss resultiert, muss die Regierung schliesslich dem Landrat vorlegen. Dieser darf das Gremium abnicken – oder in corpore zurückweisen.

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