Seit Längerem ist der deutsche Student der Pädagogischen Hochschule (PH) als Problemfall bekannt. Der zirka 40-Jährige war im Verlauf der vergangenen Jahre immer mehr zum Störenfried geworden und erschien mit fadenscheinigen Ausreden verspätet oder gar nicht zum Unterricht. Auch beteiligte er sich nicht an den Gruppenarbeiten. Kommilitonen sind überzeugt, er sei im vergangenen halben Jahr von der Ausbildung zum Sekundarlehrer ausgeschlossen worden. Sicher ist: Seit der Querulant nicht mehr in die Vorlesungen kommt, wachen Personenschützer vor den Unterrichtszimmern. Von den Drohungen sind mehrere Personen betroffen. Unabhängige Quellen sprechen von insgesamt mindestens drei Dozenten, die an Leib und Leben bedroht sein sollen. Die Personenschützer seien Mitte Dezember 2016 erstmals vor den Türen gestanden, hinter denen die Seminare abgehalten wurden.

SVP-Kämpfer will Transparenz
Bei der PH, die der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) angegliedert ist, will man über diesen Fall keine Auskunft geben. Sprecher Christian Irgl will sich lediglich mit einem einzigen Satz zitiert sehen: «Die Pädagogische Hochschule nimmt zu einem laufenden Verfahren keine Stellung.»

Diese Aussage sorgt beim Baselbieter SVP-Präsidenten Oskar Kämpfer, der in der Interparlamentarischen Geschäftsprüfungskommission der FHNW sitzt, für Kritik. «Warum versucht die FHNW, den Fall unter dem Deckel zu halten?», fragt er. Die Öffentlichkeit habe ein Anrecht darauf, zu wissen, dass auch an der Fachhochschule eine Bedrohungslage herrsche – und die Schule alleine nicht imstande sei, die Lage in den Griff zu bekommen.

Dass die Dozenten eisern darüber schweigen, warum Personenschützer vor den Türen stehen, sorgt für Verunsicherung unter den Studenten. Kämpfer machen eher die Kosten zu schaffen. «Offenbar ist noch genügend Luft im Globalbudget der FHNW», sagt der Baselbieter SVP-Präsident.

Tatsächlich dürfte die Sicherheit für seine Dozenten die PH teuer zu stehen kommen. Schliesslich muss sie sich die Dienstleistung einkaufen. Die Basler Polizei übt nur bei «völkerrechtlich schützenswerten» Persönlichkeiten Personenschutz aus, wie Polizeisprecher Martin Schütz sagt. Unzweifelhaft ist das hier nicht der Fall. Ein ehemaliger Securitas-Mitarbeiter schätzt, der Aufwand würde schon nach einer Woche bei «mehreren tausend Franken» liegen.

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