Das Networking beginnt gleich hinter der Eingangstüre. Herzlich begrüsst Ilona Eichenberger den Chef einer Basler Klinik. Dann schüttelt sie einem Privatbankier die Hand, gibt ihm eine Telefonnummer weiter, wünscht guten Appetit.

Nachdem sie selbst an einem der weiss gedeckten Tische im Club de Bâle im ehemaligen Café Spillmann Platz genommen hat, nickt sie diskret in Richtung der anderen Gäste. «Lauter Männer», sagt sie. Das sei natürlich nicht immer so. «Aber am Frauenanteil können wir noch ein bisschen arbeiten.»

Seit wenigen Tagen hat Eichenberger Einfluss darauf, wie sich die Klientel im Club de Bâle zusammensetzt. Die 51-Jährige, die mit ihrem Mann die Schönheitsklinik Alta Aesthetica in Rheinfelden führt, ist neue Verwaltungsrätin des Memberclubs, in dem sich rund 130 Mitglieder gegen eine Jahresgebühr von 12 000 Franken treffen. Um ihr Netzwerk zu pflegen oder Sitzungen abzuhalten, aber auch einfach, um mit Blick auf den Rhein gediegen zu essen und zu trinken.

Mit viel medialer Aufmerksamkeit öffnete der Club am 31. Juli seine Türen. Während die Mitglieder am Eröffnungsabend das 1.- August-Feuerwerk von der Terrasse aus genossen, distanzierten sich manche Basler Prominente vom Club. Wer dabei ist, wurde streng geheim gehalten, was die Neugier in der Öffentlichkeit anstachelte.

Inzwischen ist es ruhiger geworden um den neuen Treffpunkt. Unbeachtet blieb, dass zwei von fünf Verwaltungsratsmitgliedern Mitte September ausschieden. Der Finanzfachmann und FCB-Vorstand Stephan Werthmüller und der Banker Pascal Böni zogen sich zurück. Sie habe daraufhin ihr Interesse an einem Verwaltungsratssitz signalisiert, sagt Ilona Eichenberger. Mit ihr sei das Gremium nun komplett.

Eichenberger stammt aus dem Ruhrgebiet, lebt aber seit Jahren in der Region Basel. Sie ist gelernte Operationsfachfrau. Einen Gegensatz zum Ambiente im Club de Bâle bilden ihre Schilderungen von Einsätzen in Afrika, wo sie bei Operationen von Kindern mit Verbrennungen und Missbildungen hilft.

Wie sie den Frauenanteil, der im Club derzeit bei rund 20 Prozent liegt, erhöhen will, kann Eichenberger noch nicht sagen. «Dafür ist es zu früh», sagt sie, «ich bin seit drei Tagen Verwaltungsrätin. Erst muss man zuhören, sich austauschen.»

Der Wunsch nach Austausch führte sie zum Club de Bâle. Für ihre Klinik sei das Netzwerk wichtig, sagt sie. Ein Clubmitglied sei zum Beispiel spontan als Sponsor eingestiegen. Zudem schwärmt sie von der Atmosphäre und gibt sich alle Mühe, den exklusiven Club als offenen Ort zu zeigen, der keinesfalls nur Reichen offen stehe.

Offenheit signalisiert auch Daniela Spillmann, die den Club zusammen mit Matthias Müller gegründet hat und die den Gästen von der Presse persönlich die Details der Inneneinrichtung zeigt. Spillmann sei für sie eine «Seelenverwandte», sagt Eichenberger – die Freundschaft sei ein weiterer Grund für ihr Engagement im Club de Bâle.

Die Frauen tauschen sich kurz über die neuen Vorhänge vor den grossen Fenstern aus. Eichenberger kennt den Club-de-Bâle-Architekten Christian Lang, da dieser den Spiesshof am Heuberg renovierte. Der Gebäudekomplex aus der Renaissance gehört den Eichenbergers.

Das Netzwerk ist dicht in diesem Club. Doch die Namen anwesender Mitglieder will Eichenberger nicht in der Zeitung lesen. So sehr sie die Offenheit betont – noch wichtiger ist hier die Diskretion.

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