Nach Ostern ist ausgetanzt in der Kuppel. Das Baudepartement Basel-Stadt bestätigt: «Die Kuppel wird abgerissen.» Eine Vereinbarung sieht vor, dass der Kanton den Rückbau übernimmt. Dies im Rahmen der Umbau- und Umweltschutzmassnahmen im Nachtigallenwäldli. Eine indirekte Bestätigung findet sich im Programm der Kuppel, die für den 25. März den Event «The Last ...» angekündet hat. Kuppelbetreiber Simon Lutz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Seit 1988 steht der Zeltbau als Provisorium am Ufer des Birsig. Seit mittlerweile 23 Jahren wird er vom Gastrounternehmer Lutz betrieben. Bereits seit 15 Jahren ist die Rede davon, die Kuppel durch einen örtlich leicht versetzten Neubau zu ersetzen. Doch das 2001 in einem Wettbewerb gekürte Projekt der Architekten Lost wurde nie realisiert.

Seit gut zwei Jahren wartet die Stadt auf konkrete Schritte von Lutz. Denn einerseits sprach das Parlament 1,5 Millionen Franken, mit denen im Untergeschoss des Neubaus Übungsräume für Musikbands gebaut werden sollen. Andererseits stellte die Stadtgärtnerei einen Zeitplan für die Umgestaltung des Nachtigallenwäldli auf – mit einem klaren Zeitfenster für den Kuppelneubau.

Seit rund einem Jahr erklärt Lutz, er habe die Finanzierung über rund sieben Millionen Franken gesichert und plane eine völlige Überarbeitung des ursprünglichen Projekts. Die angekündigte Stiftung ist allerdings nicht gegründet. Dem Vernehmen nach wollen die Geldgeber anonym bleiben, gleichzeitig aber sicherstellen, dass die neue Kuppel ein Kulturort sein wird und nicht von Lutz als Ergänzung zum Acqua als weiterer Kommerzbetrieb missbraucht wird.

Die angesetzten Termine für die Einreichung des Baugesuchs – zuerst Mitte 2015, dann Ende 2015 – liess Lutz ungenutzt verstreichen. Für das Baudepartement ist jedoch klar: Ist die neue Kuppel nicht bis Mai 2017 gebaut, sind die Umgebungsarbeiten so weit abgeschlossen, dass die Baulogistik zu kostentreibendem Zusatzaufwand führt.

Wie lange die Kuppel-lose Zeit andauern wird, ist unklar und nach offizieller Lesart einzig das Problem des Baurechtsnehmers Simon Lutz. Hätte dieser vorangemacht, wäre es dazu nicht gekommen: Gemäss vorliegendem Zeitplan wäre zuerst die neue gebaut und dann die alte Kuppel abgerissen worden.

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