Im März 2015 hat die Basler Regierung das neue Besoldungsregelement der Basler Kantonalbank (BKB) abgesegnet und rückwirkend auf Anfang 2015 in Kraft gesetzt. Daran zu mäkeln gab es nichts, da der seit 2014 amtierende Bankratspräsident Andreas Sturm jeden rhetorischen Anschein, es handle sich bei den Führungsgremien um einen Abzockerverein, radikal aus den Reglementen strich.

Dafür ist nun die gesamte Bank auf Nachhaltigkeit getrimmt. Statt beim Management die Boni mit kurzfristigen Erfolgen in die Höhe zu treiben, soll die Kopplung an den Economic Profit (EP) zu einer «werthaltigen Steuerung» der Bank führen. Die Bankräte selbst erhalten gar keine erfolgsabhängige Vergütungskomponente – was sich allerdings auf die Entschädigung kein bisschen negativ ausgewirkt hat. Im Gegenteil: Als Verwaltungsratspräsident der BKB erhielt Sturm im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 234 000 Franken nur 5000 Franken weniger als sein Vorgänger Andreas Albrecht im Jahr 2013. Doch zusammen mit den Honoraren der zum BKB-Konzern gehörenden Bank Coop erhielt Sturm 296 000 Franken und damit insgesamt mehr als Albrecht zwei Jahre zuvor.

Nicht nur der Präsident, auch andere Bankräte profitieren von der neuen Nachhaltigkeit der BKB. SVP-Nationalrat Sebastian Frehner kletterte zwischen 2012 und 2014 von noch bescheidenen 44 000 auf 69 000 Franken. Im vergangenen Frühling erbte er zusätzlich den Sitz des aus dem Gremium gedrängten Markus Lehmann bei der Bank Coop und erhielt für sein Teilzeitpensum nun gesamthaft 120 000 Franken ausbezahlt.

Die Medienstelle erklärt den Geldsegen mit einem Strauss von Gründen: So habe sich der stark angestiegene Arbeitsumfang auch auf die Vorbereitungszeit der Sitzungen ausgewirkt. Zudem habe eine «Abgleichung der Sitzungsgelder» innerhalb des Konzerns stattgefunden. So ist zur Grund- und Zusatzentschädigung sowie Sitzungsgelder und Weiterbildungskosten das eine zum anderen gekommen.

Das Zeugnis stellte sich die BKB gleich selbst aus: «Das Resultat ist überzeugend», so hat sie den diese Woche publizierten Finanzbericht übertitelt. Darin sind nicht nur die bereits bekannten Geschäftszahlen aufgeführt, sondern ist auch ihr Selbstbild als vorbildliches Finanzhaus geschildert.

Im Jahresbericht wird etwa die Personalführung gefeiert, zu der sechs «übergeordnete Strategieziele» formuliert werden und deren Ziele mittels elf «HR-Initiativen» bis Ende 2019 erreicht werden sollen. Aktuell wird die Belegschaft auf «Wandlungsfähigkeit» getrimmt, dafür wurden «Change-Leader» und «Change-Botschafter» definiert. Sie sollen als Vorbilder dienen und Mitarbeiter für die Workshops begeistern, die für das kommende Jahr angesetzt sind. Für die Chancengleichheit wurde das «Netzwerk Lady-Net Plus» lanciert. Und wenn die BKB-Angestellten den Wertekurs ihrer Chefs verinnerlicht haben, verfügen sie über Fähigkeiten im «Kompetenz- und Talentmanagement», im «Performancemanagement», und dank dem «Employer Branding» erkennen sie in der BKB eine fortschrittliche Arbeitgeberin.

Die Bank ist gemäss dem Jahresbericht derart vorbildlich aufgestellt, dass sich fragt, weshalb es eigentlich noch ein neues BKB-Gesetz braucht. Über die Vorlage, mit der unter anderem die Parteifunktionäre im Bankrat durch Fachleute ersetzt werden sollen, wird in Basel-Stadt im Sommer abgestimmt.

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