Eingeklemmt zwischen Messezentrum und abrissbereitem Parkhaus, drängten sich vergangenes Wochenende die Stände des ersten Basler Street-Food-Festival. Der Publikumsaufmarsch war beträchtlich. Veranstalter Rolf Arnet schätzt, dass sich zwischen 25 000 und 30 000 Besucher an den Ständen verköstigten. Fragt sich bloss, weshalb das Festival nicht in der City Lounge stattfand, die doch für solche Veranstaltungen versprochen war.

Der eigentliche Grund: Das Street-Food-Festival erhielt keine Allmendbewilligung, weil es von der zuständigen Kommission als «zu kommerziell» eingeschätzt worden ist. Dies bestätigt André Frauchiger, Sprecher des zuständigen Tiefbauamts. Man habe dem Veranstalter empfohlen, sich einen privaten Grundbesitzer zu suchen. Arnet kann die Haltung nicht verstehen: «Es handelte sich um einen normalen Markt mit Esswaren, allerdings mit solchen aus der ganzen Welt.» Den Rat hat man dennoch angenommen und ist mit dem Messe-Konzern zum Deal gekommen: Dieser hat dem Festival die Häuserschlucht auf eigenem Grund vermietet.

Vordergründig gab es noch einen anderen Grund für die Abseitsschiebung des Street-Food-Festival: Am Samstag war die City Lounge zufällig durch das Street-Soccer-Turnier «Buntkicktgut» besetzt, ein in München entwickeltes Sozialprojekt. Denn im Regelfall herrscht gähnende Leere in der City Lounge.

Für die Allmendverwaltung ist dies kein Grund für Aktivismus. Denn buchhalterisch ist für sie alles in Ordnung: Gemäss Belegplan ist der Platz während 192 Tagen im Jahr bespielt. Verglichen mit 200 Tagen auf dem Barfüsser- und 180 Tagen auf dem Münsterplatz sei er also gut belegt, sagt Frauchiger.

Nur: Der Platz wird praktisch ausschliesslich von der Messe gebucht. Und dies nicht nur während der Messen oder Events, sondern jeweils auch grosszügig davor und danach. Messesprecher Christian Jecker sagt: Um keine unliebsamen Überraschungen zu riskieren, würde lieber ein etwas zu grosses als ein zu kleines Zeitfenster eingegeben. Die konkret beanspruchte Nutzungsdauer sei dann in manchen Fällen etwas kürzer. Jecker sagt, die City Lounge habe verschiedene Funktionen und sei deshalb nicht so frei bespielbar, «wie sich das vielleicht gewisse Leute wünschen mögen».

Der Vorteil für die Messe: Will doch jemand bei der Messe eine Veranstaltung durchführen, entrichtet er keine Allmendgebühren, er zahlt der MCH Group dafür Miete.

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