Sängerin Anna Rossinelli sammelte 50 000 Franken für ihre Amerika-Tour. Die Basler Band Bianca Story holte 90 000 Euro für die Produktion ihres neuen Albums. Beide fanden den Geldsegen auf der Crowdfunding-Plattform We-make-it. Dort können Sympathisanten online Geld spenden, das die Bittsteller aber nur erhalten, wenn ein bestimmter Betrag zusammenkommt. Da sollte es doch auch möglich sein, 150 000 Franken für einen neuen Club aufzutreiben. Das dachte sich zumindest Tobias Zeindler, Inhaber einer Eventagentur, der mit diesem Betrag das Inventar des heruntergekommenen Clubs Plaza am Basler Messeplatz kaufen will. Die Zeit drängt, da der Mietvertrag bereits Mitte August unterschrieben werden soll und die Eröffnungsparty für Ende Monat geplant ist. Danach soll der neue Club namens Playboxx jede Nacht geöffnet sein. Bekannte DJs sollen am Wochenende House, Electro und Techno spielen und werktags Latin, Urban und Rock. Der heutige Betreiber gibt das Lokal krankheitshalber ab.

Der Zeitpunkt für die Aktion schien günstig, da sich Basler Kulturpolitiker derzeit intensiv über ein Clubsterben beschweren. In dieser Szene ist Zeindler allerdings nicht vernetzt. Der Sammelaufruf blieb unbeachtet. Nur vier Leute sprachen Beiträge von insgesamt gerade 300 Franken.

Dennoch rechnet Zeindler damit, genügend Geld zu kriegen. Ralph Brügger, Ex-Geschäftsführer des Partyclubs A2, werde 100 000 Franken investieren. Als Dankesprämie erhält er den Job des stellvertretenden Geschäftsführers, einen Lohn und eine Gewinnbeteiligung.

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