Eine Splitterpartei feiert Geburtstag. Am 25. März jährt sich die Gründung der BDP Baselland zum vierten Mal. Bisher hat es die Bürgerlich-Demokratische Partei nicht geschafft, in der Baselbieter Politik den Ton anzugeben. Schlagzeilen machte sie vor allem mit Personalwechseln. Hinter den Kulissen bereitet die Partei nun ihren ersten grossen Auftritt im Landkanton vor: Sie lanciert einen Kandidaten für die Regierungsratswahlen 2015. Da die Regierung den Termin für die Gesamterneuerungswahlen auf den 8. Februar 2015 festgelegt hat, müssen die Parteistrategen den Wahlkampf dieses Jahr frühzeitig planen, damit er in der Weihnachtszeit nicht untergeht.

BDP-Präsidentin Marie-Therese Müller bestätigt: «Der Vorstand und die Amtsträger der BDP Baselland haben den Grundsatzbeschluss gefällt, dass wir für die Regierungswahlen 2015 einen Kandidaten aufstellen wollen.» Die BDP verfüge über mehrere geeignete Personen, mit denen derzeit Gespräche geführt werden, sagt sie. Dem Vernehmen nach soll ein Quereinsteiger zum Kandidaten erkoren werden.

Müller erklärt die Absicht: «Wir wollen, dass das Mitte-Bündnis mit zwei Kandidaten antritt.» Der andere Kandidat wäre CVP-Regierungsrat Anton Lauber. Mit dem Mitte-Bündnis sind CVP, EVP, GLP und BDP gemeint. Vor den Nationalratswahlen 2011 schloss sich das Quartett zur «Starken Mitte» zusammen. Neuerdings nennt es sich bescheidener «Mitte Baselland», wie die «Basellandschaftliche Zeitung» berichtete. Die vier Parteispitzen treffen sich im März zu Gesprächen, im April planen sie eine Medienkonferenz. Dann sollen ein Kodex für die Zusammenarbeit, die gemeinsamen Themen sowie die Wahlstrategie vorgestellt werden. Doch das Vorhaben wird scheitern. Die vier Mitte-Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen der künftigen Zusammenarbeit.

Die BDP weihte ihre Verbündeten noch nicht in ihre Regierungspläne ein. EVP-Präsident Urs von Bidder reagiert auf Anfrage irritiert. Das wäre keine Doppel-Kandidatur der Mitte, sondern ein Angriff auf Lauber, sagt er. Dieser habe seinen Sitz «in einem guten Wahlkampf» gegen die EVP gewonnen: «Ich fände es nicht okay, wenn wir diesen Sitz angreifen würden.» Auch ein Angriff gegen links komme für ihn nicht infrage. SP und Grüne hätten Anspruch auf ihre zwei Sitze. Einen Angriff gegen FDP und SVP könne man hingegen diskutieren, sagt von Bidder. Realistisch sei dies aber kaum. Und überhaupt: Bei den Regierungswahlen 2015 werde es keine Zusammenarbeit der Mitte geben. Diese beschränke sich auf Sachgeschäfte im Landrat und organisatorische Fragen.

Diese Haltung vertritt auch die CVP. Sie konnte Lauber nur dank FDP und SVP in den Regierungssessel hieven. Nun steht sie bei ihren rechtsbürgerlichen Bündnispartnern in der Pflicht.

Doch dies passt wiederum dem vierten im Bunde nicht: der GLP. Sie hat es satt, dass die CVP ihre Partner je nach Bedarf wechselt. GLP-Präsident Hector Herzig kritisiert: «Die opportunistische Haltung, bei jeder Wahl andere Bündnisse einzugehen, ist nicht glaubwürdig und nicht ehrlich gegenüber dem Souverän.» Deshalb müssten die vier Mitte-Parteien eine gemeinsame Strategie für alle Wahlen finden: «Die GLP wünscht sich einen starken Auftritt der Mitte Baselland – bei Sachthemen und bei Wahlen.»

Es ist ein frommer Wunsch. Anstatt an einem gemeinsamen Auftritt zu arbeiten, üben die Parteispitzen öffentlich Kritik aneinander. Feststimmung wird am vierten Geburtstag der BDP nicht aufkommen.

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