Andrea Strahm, Parteipräsidentin der CVP Basel-Stadt, hat den Zweihänder ausgepackt. Auf «Onlinereports», wo sie auch kolumniert, zog sie über Daniel Albietz her, der seinen Parteiaustritt mit mangelnder Diskussionsbereitschaft seiner Partei und ihrer Präsidentin begründet hatte. Albietz trage damit bloss ein «Scheingefecht» aus, sagte Strahm: «Ich könnte mir gut vorstellen, dass er andere Ziele verfolgt und dass es ihm darum geht, die CVP zu schwächen, um seine Schachfiguren für seine politische Zukunft optimal aufzustellen.»

Über seine politischen Pläne lässt der Riehener Gemeindevize Albietz derzeit nur spekulieren. Er nehme ein «parteipolitisches Time-out», erklärt er abschliessend auf Anfrage. Eine Variante: Albietz bringt sich in Stellung für die Regierungsratswahlen im Herbst. Dass der Anwalt nach höheren Weihen strebt, hat er bisher nie verleugnet. 2011 und 2015 trat er bei den Nationalratswahlen an und erzielte jeweils hinter Markus Lehmann am meisten Stimmen auf der CVP-Liste. Innerparteilich sah er sich am rechten Flügel seiner Partei allerdings mehrfach ausgebremst. Etwa als Lukas Engelberger in stiller Abmachung als Nachfolger des über die Honorar-Affäre gestrauchelten Regierungsrats Carlo Conti installiert wurde – ohne dass Albietz eine ernsthafte Chance geboten wurde, sich als Alternative zu präsentieren. Oder als Andrea Strahm als Nachfolgerin von Engelberger zur Parteipräsidentin gekürt wurde – ohne dass die via Riehen portierte Gegenkandidatin Jacqueline Gallacchi ihr hätte gefährlich werden können.

Als Parteiloser könnte Albietz zum Rettungsanker werden: Wenn die SVP keinen eigenen Kandidaten aus dem Hut zu zaubern vermag – was im vertraulichen Gespräch selbst Parteigranden für wahrscheinlich halten –, brächte Albietz alle Voraussetzungen als überparteilicher Kandidat der Bürgerlichen mit.

Selbst der Riehener SVP-Mann Eduard Rutschmann attestiert Albietz politische Qualität. Als direkter Widersacher von Albietz in der Zonenplanung der Landgemeinde möchte er zwar nicht dessen Förderer sein, erkennt in ihm jedoch eine «durch und durch bürgerliche Gesinnung». Auch dessen christliche Religiosität wäre kein Thema, meint Rutschmann. Schliesslich stünden auch die prominenten SVP-Exponenten Patrik Hafner und Lorenz Nägelin dem Glauben nahe.

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