Gemäss Basler Staatsanwaltschaft konnte die Täterschaft «trotz umfangreicher Ermittlungen bis anhin» nicht eruiert werden. Richtig ruhig ist es um die im Basler Handelsregister eingetragene Cashcloud jedoch nicht geworden. Im November setzte die Frankfurter Börse den Handel erneut für vier Wochen aus, weil ein «ein ordnungsgemässer Börsenhandel» gefährdet sei. Offizielle Begründungen gibt es dafür nicht.

Mit neuem Personal an der Spitze soll das Start-up-Unternehmen im Bereich für elektronischen Zahlungsverkehr nun wieder für Börsenfantasie sorgen. Moritz Hunzinger ist dabei das Aushängeschild und seit der Generalversammlung vom 21. Dezember Geschäftsführer sowie Verwaltungsratspräsident der Firma. Der deutsche PR-Unternehmer hat Berühmtheit erlangt, als er durch wenig transparente Geldflüsse zum Sturz des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping beitrug, was 2002 als «Affäre Hunzinger» in die deutsche Politgeschichte eingegangen ist. Mittlerweile trägt Hunzinger die Titel «Prof. Dr. phil. h.c. Dr. phil. h.c.» unter anderem als Dozent für Public Relations der ukrainischen Nationalen Pädagogischen Dragomanov-Universität in Kiew.

Hunzinger ist der Vertreter von Steffen Korbach, der bisher neben Donhuysen als Investor bei Cashcloud aufgetreten ist. Der diskret agierende Korbach besitzt auch die Auto-Tuning-Firma Gemballa, an deren Spitze ebenfalls Hunzinger fungiert. Zu Cashcloud hat Hunzinger zwei alte Geschäftspartner mitgebracht. So sitzen neu auch die pensionierten Banker Peter G. Heinz (75) und Rainer Wunderlin im Aufsichtsgremium. Wunderlin, wie Hunzinger eine feste Grösse im Frankfurter Promi-Milieu, war vor vierzig Jahren als Schlagersänger («Wenn Mädchen träumen», «Louise») unterwegs und hat auf Youtube einen Auftritt als Partysänger «Strammer Max».

Cashcloud hatte in den vergangenen Monaten verschiedene Kapitalzuschüsse angekündigt, um nicht in eine Illiquidität zu geraten. Zehn Millionen Franken sollten für die nächsten zwei Jahre aufgebracht werden. Kurz vor Neujahr konnte immerhin der Zugang von 3,1 Millionen Franken realisiert werden, wie dem Handelsregister zu entnehmen ist. Eingebracht wurden diese über Finanzvehikel mit Sitz in London und Liechtenstein.

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