Am Dienstagmorgen detonierten in Brüssel Bomben, am Nachmittag «testeten» Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, wie schnell die Einsatzkräfte an der Baselworld vor Ort sein würden. Dafür fertigten sie eine Sprengstoffattrappe an. Eine Frau platzierte diese am Dienstagnachmittag in der Schmuckmesse und rief «Bombe». Die Polizei verhaftete kurz darauf zwei Israeli im Alter von 36 und 39 Jahren sowie eine 25-jährige Russin. Die Halle musste nicht evakuiert werden.

Recherchen zeigen, dass die Sprengstoffattrappe beim Stand des israelischen Diamantenhändlers A. A. Rachminov deponiert wurde. Dessen opulent dekorierter Stand mit Blumengestecken und goldigen Wänden befand sich direkt gegenüber dem Eingangsbereich der Schmuckmesse in der Halle 3. Wie die Basler Staatsanwaltschaft zur «20 Minuten» sagte, arbeitete das festgenommene Trio für den Stand, bei dem die Bombenattrappe deponiert wurde. Ein Sprecher des Diamantenhändlers A. A. Rachminov bestätigt zwar, dass die Attrappe vor dem Stand platziert wurde, weist die Verantwortung aber von sich. «Wir haben die Bombenattrappe keinesfalls selber dort deponiert.» Es handle sich dabei um eine private Sicherheitsfirma.

Für den Diamantenhändler A. A. Rachminov war an der Baselworld die Sicherheitsfirma Malca Amit tätig. Die israelische Firma, die ihren Hauptsitz in Hongkong hat, bestreitet gegenüber der «Schweiz am Sonntag» jedoch «vehement», etwas mit der Sprengstoffattrappe zu tun zu haben. In einer Stellungnahme schreibt die Sicherheitsfirma, dass die festgenommenen Personen «unter der alleinigen Aufsicht und Kontrolle der Aussteller arbeiteten». Bei dem verhafteten Trio handle es sich um eine Hostesse und zwei Sicherheitsleute. Wie Malca Amit mitteilt, waren die beiden Männer unter einem Subunternehmervertrag angestellt, wobei die Kontrolle und Aufsicht ausschliesslich beim Aussteller lägen.

Weder die Polizei noch die Messebetreiber wurden von den Verantwortlichen über die Attrappe im Voraus informiert. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden inzwischen die drei mutmasslichen Täter entlassen. Gegen die zwei Männer wurden Strafbefehle ausgestellt; gegen die Frau wurde das Verfahren eingestellt. Ob der Aussteller und die private Sicherheitsfirma in Zukunft weiterhin an der Baselworld auftreten dürfen, wollten die Verantwortlichen der Messe nicht sagen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper