São Paulo veranstaltet in diesem Jahr die World Skills. Die Organisatoren stellen sie in eine Reihe mit der Fussball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen, die Brasilien dieses Jahrzehnt ebenfalls austrägt – auch wenn hierzulande kaum jemand die internationalen Berufsmeisterschaften kennt. Nun plant der Basler Gewerbeverband, den Grossanlass für das Jahr 2021 ans Rheinknie zu holen. Dies ist keine Kleinigkeit. Der Event rechnet mit 200 000 Besuchern, welche die Wettkämpfe der über 1000 Teilnehmer innerhalb einer Woche anschauen sollen. Budgetiert seien rund sechzig Millionen Franken, sagt Reto Baumgartner, Vizedirektor des Gewerbeverbandes. Das ist doppelt so viel wie die Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich im vergangenen Jahr gekostet haben. Die hohen Kosten würden vor allem durch die Maschinen verursacht, die man bereitstellen müsse, sagt Baumgartner. An den World Skills messen sich nicht nur Friseure, Webdesignerinnen und Maurer, sondern auch Maschinenbauerinnen, Automatiker und Polymechaniker. In über vierzig Disziplinen treten sie gegeneinander an.

Die Idee, in Basel die World Skills zu veranstalten, kommt von der Messe, wie Jonas Scharf vom Congress Center bestätigt. Man schaue sich um, welche Anlässe man durchführen könne. «Nachdem wir gesehen haben, wie die Leipziger Messe die World Skills 2013 erfolgreich durchgeführt hatte, kam die Idee, so etwas auch in Basel zu veranstalten», sagt Scharf. Deshalb sei man auf den Gewerbeverband zugegangen, und dieser habe das Projekt an die Hand genommen.

Noch ist es Zukunftsmusik, ob die Berufsweltmeisterschaften tatsächlich nach Basel kommen. Denn bis die Medaillen 2021 in Basel überreicht werden können, ist es noch ein weiter Weg. Zuerst muss eine Bewerbung erstellt und Lobby-Arbeit betrieben werden, damit die Schweiz 2017 berücksichtigt wird, wenn der Anlass für das Jahr 2021 vergeben wird. Doch Baumgartner ist zuversichtlich, dass es klappt. Die ersten Hürden habe man schon einmal genommen. So konnte man das Erziehungsdepartement für den Vorschlag begeistern. Dieses hat sich Ende 2014 vom Regierungsrat den Auftrag erteilen lassen, ein entsprechendes Bewerbungsdossier einzureichen. Zusammen mit Erziehungsdirektor Christoph Eymann hat der Gewerbeverband auch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) überzeugen können.

Momentan liegt der Ball noch bei den Swiss Skills, neben der Messe, Bund und Kanton der vierte wichtige Partner des Gewerbeverbandes. Diese Stiftung organisierte im vergangenen Jahr die nationalen Berufsmeisterschaften und ist Mitglied der World Skills. Sie sei über die Initiative aus Basel «sehr erfreut», sagt Swiss-Skills-Generalsekretär Ueli Müller. Da es sich aber um eine nationale Bewerbung handle und Basel nur Austragungsort wäre, müsse man zuerst noch innenpolitische und regionale Fragen klären.

Sobald Swiss Skills grünes Licht gibt, kann der Gewerbeverband loslegen. Für die Bewerbung rechnen die Organisatoren mit Kosten von rund einer halben Million Franken. Baumgartner ist überzeugt, dass die Schweiz mit ihrem Ruf als innovatives Land gute Chancen habe. Die Bewerbung würde er lieber heute als morgen einreichen: «Wenn wir früh dran sind, machen sich andere Nationen gar nicht erst die Mühe, sich zu bewerben», hofft Baumgartner. Er rechnet mit maximal drei bis vier weiteren Bewerbern.

Die Schweiz gehörte an den letzten World Skills in Leipzig 2013 zu den erfolgreichsten Nationen. Nur Südkorea holte noch mehr Medaillen.

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